Der Hausarzt als Lotse. Riki Ritter-Börner, Chefredakteurin von Gesund & Leben, über Patienten und Allgemeinmediziner.

Von Riki Ritter-Börner. Erstellt am 27. Februar 2018 (02:33)
Riki Ritter-Börner
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15.800 Menschen haben seit April des Vorjahres bereits bei der Gesundheits-Hotline 1450 angerufen. Dort kann man sich informieren, wo man mit seinem gesundheitlichen Problem am besten aufgehoben ist, was man selber tun kann und wie dringend es ist. Was auffällt: etwa 70 Prozent der Ratsuchenden schätzen die Dringlichkeit falsch ein.

Entweder unterschätzen sie den Ernst der Lage. Oder – und das ist der größere Teil – sie können sich selber helfen oder auch noch 24 Stunden oder drei Tage oder länger warten, bis eine Ärztin, ein Arzt sie behandelt. Das spiegelt sich auch an den Zahlen aus den Spitalsambulanzen: Zwei Drittel könnten auch beim Hausarzt oder einem niedergelassenen Facharzt behandelt werden.

Es ist nicht immer die beste Lösung, in der Spitalsambulanz Rat zu suchen. Meist muss man mit langen Wartezeiten rechnen. Und im Gegensatz zum Hausarzt kennen die Ärzte in den Ambulanzen die Patienten meist nicht und müssen deshalb eine wesentlich umfangreichere Erstuntersuchung machen.

Denn das ist das Ass unserer Allgemeinmedizinerinnen und -mediziner: Sie kennen viele ihrer Patientinnen und Patienten über Jahre und Jahrzehnte, wissen oft, zu welchen Krankheiten der Einzelne und die ganze Familie neigt, kennen die Lebensumstände und psychischen Belastungen. Den großen Wunsch, als Mensch gesehen zu werden, ganzheitlich sozusagen, den können unsere Landärzte erfüllen. Und sie wissen, welche Hilfe es wo gibt. Sie sind die idealen Lotsen im Gesundheitssystem.

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