Für Notfälle trainieren wie Piloten. Riki Ritter-Börner, Chefredakteurin von Gesund & Leben, über das Simulationszentrum Landesklinikum Hochegg.

Von Riki Ritter-Börner. Erstellt am 06. Februar 2018 (00:56)
Riki Ritter-Börner
zVg

Piloten lernen seit Jahrzehnten am Simulator, Extremsituationen zu meistern. Das geht auch in der Medizin: Teams von Spezialisten üben besondere Situationen, etwa einen Notkaiserschnitt, einen Atemstillstand bei einem Baby oder die Versorgung einer schwer verletzten Person.

Das Simulationszentrum Landesklinikum Hochegg hat dafür verschiedene Puppen voll modernster Technik. Diese haben einen Puls, machen Atemgeräusche, husten, röcheln und schreien.

Ein Team, das an diesen Puppen übt, vergisst ganz schnell, dass es sich um eine Simulation handelt. Das Training wird von Kameras und Mikrofonen aufgezeichnet. Die Instruktoren achten auf die Kommunikation im Team und darauf, wie jede und jeder Einzelne handelt und wie sie gemeinsam die Lösung der Notfall-Situation bewältigen.

Danach besprechen die Trainierenden mit den Instruktoren, was sie gut gemacht haben und wo sie im Ernstfall anders handeln müssen.

Der Anästhesie-Primar Helmut Trimmel des Landesklinikums Wiener Neustadt hat das Training 2007 nach Niederösterreich gebracht und das Zentrum in Hochegg 2009 gegründet. Und er hat es geschafft, dass alle Anästhesie-Fachärzte in Österreich Simulationstrainings für Extremsituationen in der Ausbildung machen müssen.

Denn zum Glück passieren diese Situationen im Alltag viel zu selten, dass jeder Jungarzt deren Bewältigung üben kann. Mit dem Training sind sie darauf vorbereitet – und das nützt ihnen und uns allen.

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