„Geimpft zu sein, ist ein gutes Gefühl“. Begleitsymptome waren gering, das subjektive Sicherheitsgefühl ist gestiegen – das erzählen bereits Geimpfte.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 13. Januar 2021 (05:18)
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18.525 Menschen sind in Niederösterreich mit Stand Sonntag bereits gegen das Coronavirus geimpft. Im Laufe der Woche sollen weitere 7.500 Landsleute die Spritze bekommen. Bei den Allerersten mit dabei waren Jörg Ney, Pflegedienstleiter im „Haus an der Traisen“ in St. Pölten, und Jens Nather-Zwickl, Leiter des Caritas-Heims „St. Elisabeth“ in St. Pölten. Die NÖN wollte zwei Wochen nach dem Piks wissen, wie es den Geimpften jetzt geht.

Jörg Ney vom „Haus an der Traisen“ wurde als einer der Ersten in NÖ gegen Corona geimpft ...
privat

„Alles bestens“, sind sich die beiden einig. Jörg Ney berichtet, dass er nur am Tag nach der Impfung leichte Muskelschmerzen an der Einstichstelle hatte: „Das kannte ich aber schon von anderen Impfungen.“ Seine Kollegen haben von Müdigkeit, einmalig Kopfschmerzen und ebenfalls Muskelschmerzen an der Einstichstelle berichtet. „Bei den Bewohnern gab es keine Symptome“, berichtet der Pflegedienstleiter.

Keine starken Auswirkungen hatte die Impfung auch bei Jens Nather-Zwickl. „Ich hatte geschwollene Lymphknoten. Das war neben leichtem Fieber bei einer Kollegin aber schon die schlimmste Nebenwirkung bei allen Geimpften“, erzählt der Leiter des „Haus St. Elisabeth“, in dem bereits knapp 160 Bewohner und Mitarbeiter die Spritze gegen Covid bekamen.

... ebenso Jens Nather-Zwickl vom Caritas-Heim St. Elisabeth St. Pölten.
privat

Bei der Frage, ob die Impfung das subjektive Sicherheitsgefühl erhöht, sind sich Ney und Nather-Zwickl nicht ganz einig. Beide betonen, dass die Spritze kein Grund sei, sich im Umgang mit der Pandemie anders zu verhalten. „Es gilt weiter kollegial die Maßnahmen einzuhalten – Abstand, FFP2-Maske und so weiter“, sagt Ney. Für Nather-Zwickl hat sich allerdings das subjektive Gefühl verbessert. „Ich hatte vorher schon Angst vor dem Virus, obwohl bei uns in der Einrichtung zum Glück niemand daran gestorben ist. Jetzt weiß ich, dass ich keinen schweren Verlauf bekommen kann, das ist ein gutes Gefühl“, sagt der St. Pöltner. Es fühle sich an wie: „Jetzt hab ich es geschafft.“

Die zweite Teilspritze sollen die beiden Mitarbeiter der Pflege- und Betreuungszentren Mitte Jänner bekommen. Vorgesehen ist sie 21 Tage nach der ersten. Erst dann ist der vom Hersteller versicherte Schutz von rund 95 Prozent gegeben.

Dass es viel Skepsis rund um die Impfung gibt, verstehen beide. „Es ist normal und wichtig, Dinge zu hinterfragen. Vor allem bei neuen Produkten“, meint Ney. Die wissenschaftlich fundierten Quellen sollten aus seiner Sicht jedoch zur Informationssammlung genutzt werden. Erst umfassend informiert hat sich vor dem Piks auch Jens Nather-Zwickl. „Ich verstehe die Skepsis, aber beim Kosten-Nutzen-Abwägen hat für mich das Positive gewonnen“, sagt der St. Pöltner.