St. Pölten

Erstellt am 17. Januar 2017, 10:24

von Redaktion noen.at

Gedenkgottesdienst: Abschied von Franz Schrittwieser. Unter großer Anteilnahme der zahlreichen Trauergäste verabschiedete sich die Diözese St. Pölten von Bischofsvikar Prälat Franz Schrittwieser mit einem Gedenkgottesdienst im Dom. Schrittwieser sei „ein in Christus fest verwurzelter Priester“ gewesen, betonte Diözesanbischof Klaus Küng, der in seiner Predigt das jahrzehntelange segensreiche Wirken des Verstorbenen würdigte.

Diözese St. Pölten

Neben den Verwandten – zwei Schwestern mit ihren Familien – nahmen das Domkapitel mit Dompropst Weihbischof Anton Leichtfried an der Spitze und zahlreiche weitere Bischöfe am Gedenkgottesdienst teil: em. Erzbischof Alois Kothgasser (Salzburg), Bischof Manfred Scheuer (Linz), Bischof Wilhelm Krautwaschl (Graz), em. Weihbischof Helmut Krätzl und Weihbischof Franz Scharl (beide Wien); weiters zahlreiche Äbte, Priester und Diakone der Diözese, Landeshauptmannstellvertreterin Johanna Mikl-Leitner, Caritasdirektor Hannes Ziselsberger, Mitglieder des Pressvereins sowie viele Mitarbeiter der Caritas, der kategorialen Seelsorge sowie der NÖN, als dessen Herausgeber Franz Schrittwieser fungierte, mit Chefredakteur Martin Gebhart und dem Aufsichtsratsvorsitzenden des NÖ Pressehauses Johann Hörndl.

Franz Schrittwieser  |  NOEN, Gleiß

In seinem Testament beschrieb der verstorbene Prälat Franz Schrittwieser seine Berufung: „In seiner unbegreiflichen Liebe hat mich Gott zum Priester berufen. Diener in Liebe wollte ich sein und dadurch Christus in die Welt tragen.“

Und er fügte hinzu: „Viele Erfolge waren mir geschenkt und auch in leidvollen Ereignissen hat mir Gott immer ein frohes Herz bewahrt. Ich danke ihm für seine Nähe, die ich schon in dieser Welt erfahren durfte und für die vielen Menschen, denen ich begegnen durfte und durch die mir so viel Wohlwollen und Liebe geschenkt wurden.“ In diesen wenigen Sätzen sei „das Wesentlichste seines Lebens gut zusammengefasst“, wie Bischof Küng sagte.

Ein betender und loyaler Priester

Franz Schrittwieser sei durch das Konzil und die nachkonziliare Zeit geprägt gewesen und daher „begeisterter und sehr aktiver Teilnehmer“ an der Diözesansynode unter Bischof Franz Žak und in enger Zusammenarbeit mit Weihbischof Alois Stöger.

Auch am österreichweiten synodalen Vorgang sei er hoch interessiert und engagiert gewesen. Schrittwieser habe sich aber immer „mit einer großen Liebe zur Diözese und zur Kirche vor Extremen bewahrt“, wie Küng betonte, auch als sich manches nicht so entwickelt habe, wie es Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre von vielen erwartet wurde.

Der Grund dafür war für Küng, dass er „ein betender Priester“ gewesen sei. „Er war ein loyaler Priester, und so erklärt sich wohl seine Gelassenheit und Fröhlichkeit, auch in den letzten Jahren, obwohl er schon schwer krank war.“

Vielfältige Agenden waren Schrittwieser Herzensanliegen

Die erste wichtige Station des priesterlichen Wirkens Schrittwieser sei der Aufbau der Pfarre St. Paul in Krems gewesen. Nach sieben Jahren intensiver Arbeit sei er dann 1974 Pfarrer von St. Paul geworden, so Küng: „Das war seine erste große Liebe, die sein priesterliches Leben geprägt und die er bis an sein Lebensende hochgehalten hat.“

Als dann Bischof Žak 1988 mit der Bitte an ihn herantrat, die Leitung des Priesterseminars in St. Pölten zu übernehmen, sei es ihm sehr schwergefallen, die Pfarre zu verlassen. „Andererseits waren ihm das Wohl der Diözese und konkret die Priesterausbildung sehr wichtig und er hat sich mit großer Hingabe diesem neuen Arbeitsfeld gewidmet.“

Diözese St. Pölten

Bald kamen noch andere Aufgaben dazu: Es wurde ihm die Ausbildung der Ständigen Diakone anvertraut, ab 1989 war er der Geistliche Assistent der Caritas, und er war auch verantwortlich für die pastorale Einführung von Priestern aus dem Ausland. „All diese vielfältigen und sehr unterschiedlichen Agenden waren ihm regelrecht Herzensanliegen“, wie Küng unterstrich. „Das entsprach seinem Priesterverständnis, und er tat es auch gerne.

Bischof Kurt Krenn, der 1991 die Leitung der Diözese übernahm, habe Franz Schrittwieser „an sich durchaus geschätzt“, wie Küng sagte: Er nahm ihn 1992 in das Domkapitel auf und reichte seine Ernennung zum Prälaten ein. Schrittwieser war auch während der Amtszeit von Bischof Krenn zehn Jahre lang Regens des Priesterseminars. Jedoch: „Als dann der missglückte Versuch einer Neuaufstellung des Seminars erfolgte, entstand eine tiefe Wunde im Leben des Verstorbenen, die wohl nie ganz verheilt ist.“

Dass Schrittwieser 2003 von der Österreichischen Bischofskonferenz zum Direktor des Propädeutikums bestellt wurde, sei ihm „Trost und Freude“ gewesen, so Küng.

Auch im Medienbereich gut angesehen

Nach Beendigung seiner Amtszeit im Propädeutikum ernannte ihn Bischof Küng 2011 zum Bischofsvikar für die kategoriale Seelsorge. Auch diese Aufgabe habe er „mit großem Engagement und Umsicht“ wahrgenommen. Besonders wichtig seien ihm die Krankenhausseelsorge und die Seelsorge im Bereich der Seniorenheime gewesen.

Als Prälat Josef Eichinger 20014 die Verantwortung im Pressehaus in jüngere Hände übergeben musste, sei Schrittwieser von diesem selbst als Nachfolger vorgeschlagen wurde, „weil alle ihn kannten und weil er auch im Medienbereich gut angesehen war“.