Weinviertelakademie: Umwelt und Klimaschutz im Fokus. Die Schöpfungsverantwortung für Mutter Erde stand im Mittelpunkt der 31. Weinviertelakademie im Bildungshaus Schloss Großrußbach.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 14. Oktober 2020 (03:45)
Weihbischof Stephan Turnovszky und Katharina Rogenhofer mit Vertretern von Katholischer Aktion, Pfarren und Initiativen.
Stefan Kronthaler

Fragt man die Menschen, welchen Beitrag sie für den Umweltschutz leisten können und wollen, so nennen die meisten den Verzicht auf das Plastiksackerl und das Ausschalten des Stand-by-Modus bei Elektro-Geräten.

Für Katharina Rogenhofer, Sprecherin des Klimavolksbegehrens, sind das lobenswerte Beiträge. Allerdings fallen Anliegen wie moderne Heizungs- und Wärmesysteme, weniger fliegen und weniger Fleisch essen in der Klima-Bilanz mehr ins Gewicht .

Rogenhofer wies in ihrem Vortrag bei der 31. Weinviertelakademie im Bildungshaus Schloss Großrußbach darauf hin, dass sich der Energieverbrauch, vor allem durch Öl, Gas und Kohle, weltweit versechsundzwanzigfacht habe, während die Zahl der Weltbevölkerung nur um das Fünffache gestiegen sei.

Die Kosten des Nichtstuns sind so hoch, das hat mich wütend gemacht Katharina Rogenhofer, Sprecherin des Klimavolksbegehrens

In Österreich werde in den nächsten Jahren eine Zunahme der Temperatur um zwei Grad erwartet, während global betrachtet nur mit 1,1 Grad mehr gerechnet wird. Rogenhofer erinnerte daran, dass Extremwetterereignisse wie Trockenheit, Waldsterben und Überflutungen zunehmen würden.

„Die Kosten des Nichtstuns sind so hoch, das hat mich wütend gemacht“, begründete Rogenhofer ihr Engagement beim Klimavolksbegehren. Dieses haben heuer 380.590 Menschen unterschrieben, jetzt werden die Anträge im Parlament behandelt.

Politiker sollen auf das Anliegen des Klimaschutzes aufmerksam gemacht werden, im eigenen Einflussbereich gehe es darum, im Beruf, in der Gemeinde und in der Familie aktiv zu werden. Es gehe nicht darum, mit Angstparolen die Menschen einzuschüchtern, so Rogenhofer, sondern um die Dringlichkeit der Herausforderungen des Klimawandels.

Weinviertel als „Region der Energiewende“

Für Herbert Greisberger, Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ, ist es notwendig, „aus Öl und Gas herauszukommen“. Wichtig sei „das persönliche Verhalten, die Vorbildwirkung“. Das Weinviertel sei „die Region der Energiewende“, am leichtesten sichtbar durch die zahlreichen Windräder. Seine Vision für 2040: „Wir werden uns von der Haben-Gesellschaft zur Sein-Gesellschaft gewandelt haben.“

Judith Faber von der Katholischen Jugend (KJ) nannte die „Faire KJ“ als Ziel. Ihre Anliegen: „Was kann ich besser machen, wo kann ich für Nachhaltigkeit sensibilisieren?“ Ihre Vision für 2040: „Ein Umdenken hat dann stattgefunden im Hinblick auf ein bewussteres Leben.“

Die 31. Weinviertelakademie fand coronabedingt im kleineren Rahmen statt. Veranstaltet wurde sie vom Bildungshaus Schloss Großrußbach und den Gliederungen der Katholischen Aktion.