Priester aktiv in der Pension. Die Priester im „Ruhestand“ unterstützen oft auch im hohen Alter, damit sonntags Gottesdienste gefeiert werden können.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 13. Januar 2021 (04:10)
Alt-Dechant und Alt-Pfarrer Walter Pischtiak mit seinem zuständigen Pfarrer Helmut Scheer, der über die Mithilfe sehr froh ist.
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„Emeritus“ stehe im Ausweis für Priester, nicht Pensionist, erzählt Alt-Dechant und Alt-Pfarrer Walter Pischtiak. In den vergangenen 25 Jahren hat er im Herzen des Weinviertels als Dechant und sogar fast 50 Jahre als Pfarrer in Ladendorf und mehreren anderen Pfarren viele Menschen kennengelernt. „Die Menschen in den früheren Pfarren oder auch im Dekanat freuen sich, wenn der Alte mit ihnen zusammentrifft oder ihren Geburtstag nicht vergessen hat“, sagt Pischtiak.

Viele Priester im „Ruhestand“ helfen oft auch im hohen Alter mit, damit sonntags in vielen Kirchen Gottesdienste gefeiert werden können. Wie der Sonntag eines Priesterpensionisten aussieht? „Der Sonn- oder Feiertag ist für mich geprägt durch die Messfeier. In den vergangenen Jahren waren es öfters auch zwei, seit 2021 ist es nur eine Heilige Messe, denn manchmal geht es gesundheitlich nicht mehr so ganz“, erzählt Pischtiak.

Warum ihm das Aushelfen so wichtig ist? „Ich kann mich an eine Zeit erinnern, da hatte ich als junger Pfarrer jedes Jahr in einem Statistikbogen auszufüllen: Wie viele von den Pfarrangehörigen besuchen täglich die Heilige Messe?“, sagt Pischtiak. „Jetzt würde in so mancher Pfarre keine Sonntagsmesse mehr sein. Die Großraumpfarre ist halt wirklich sehr groß. So lange ich kann, werde ich sehr gerne zelebrieren. Ich bin mir sicher, dass mein himmlischer Chef mir deshalb noch Tage schenkt.“

Pischtiaks zuständiger Pfarrer Helmut Scheer ist „sehr froh über seine Mithilfe, denn ohne Pensionisten würden wir es nicht schaffen“. Scheer ist auch glücklich, dass weitere Priesterpensionisten wie Rudolf Prokschi und Robert Grygar in seinen Pfarren gerne aushelfen.