Gefährdete Tierart: Achtung, Stacheltier! . Der Igel, der infolge der warmen Temperaturen bereits aus dem Winterschlaf erwacht ist, ist Tier des Jahres 2018.

Von Carina Rambauske. Erstellt am 08. Mai 2018 (01:38)
Mirko Graul/Shutterstock.com
Ein Vertreter der heimischen Tierwelt – der Braunbrustigel: bis zu 1,5 kg schwer, mit 3.000 bis 7.500 Stacheln.

Sich wie ein Stachelball zusammenrollen, wenn Gefahr droht. Die wohl populärste Fähigkeit des Igels hilft ihm leider nicht, wenn er auf seinen Hauptfeind, den Straßenverkehr, trifft. Kaum aus dem Winterschlaf erwacht, haben einige Niederösterreicher die kleinen Tiere bisher nur leblos am Straßenrand zu Gesicht bekommen. Zunehmend verliert der Igel seinen natürlichen Lebensraum, weshalb er auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten steht und vom Naturschutzbund zum Tier des Jahres 2018 gewählt wurde.

Anfang Mai ist es um das Futter der Igel – hauptsächlich Insekten – noch nicht gut bestellt. Dennoch gilt, wenn man auf einen hilfsbedürftigen Igel trifft: „Nie zuerst füttern! Das kann für geschwächte Tiere tödlich enden“, warnt Ursula Hofer, Obfrau des Tierschutzvereins Weinviertel. Sondern Wasser bereitstellen und die Erstversorgung durchführen.

Eine weitere Faustregel: „Nicht daran orientieren, was andere sagen, sondern an dem, was die Natur sagt!“, betont Hofer, denn: Wo findet der Igel in der Natur schon gekochte Eier oder Faschiertes, wie er fälschlicherweise oft zum Essen bekommt?

Ein-Mal-Eins der Igelpflege

Schon als Teenager päppelte die Weinviertlerin ihren ersten Igel auf. Das Problem damals: Keiner wusste wie. Nach 40 Jahren Erfahrung und Hunderten von versorgten Igeln verfasste die Tierschützerin aus Bruderndorf (Bezirk Korneuburg) ein Ein-Mal-Eins der Igelpflege und stellte es auf der Homepage www.igel-hilfe.at zur Nachlese zur Verfügung. Dort findet man auch einen Erste-Hilfe-Plan für den Fund von Igeln, denn „wenn man das Konzept beachtet, kann fast jeder einen Igel retten!“, ist Hofer überzeugt.

Sollte jemand dennoch unsicher sein oder es einem Tier besonders schlecht gehen, steht dort ihre Telefonnummer für Notfälle zur Verfügung. „Jeder kommt mit einer Aufgabe zur Welt. Meine ist es, sich um Tiere zu kümmern“, ist Ursula Hofer unermüdlich im Einsatz. Bis zu 40 Hilfe-Anrufe pro Tag in der Hochsaison bestätigen sie dabei.

Infos auf www.igel-hilfe.at und www.naturland-noe.at