Viele Grippefälle: Zahl der Erkrankten nimmt ab. Die Zahl der Grippeerkrankten nimmt zwar ab, aber nur sehr langsam. Immer noch sind viele zu Hause.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 13. März 2018 (01:18)
Kamira/Shutterstock.com
Heuer sorgt die Grippewelle länger als vergangenes Jahr für Krankenstände.

Der Höhepunkt der Grippewelle scheint vorbei. Doch noch immer sind viele Menschen krank. In Kalenderwoche 9 beispielsweise waren bei der NÖGKK insgesamt 7.081 Personen wegen Grippe und grippalen Infekten als arbeitsunfähig gemeldet. Vergangenes Jahr waren es in der gleichen Woche nur 2.637.

Wie die Grippesaison war? „Es war eine heftige“, so Michael Kundi von der Medizinischen Uni Wien, was die Zahlen der Betroffenen – es sind deutlich mehr Erkrankte als im Vorjahr – angeht. Allerdings auch nicht außergewöhnlich, wenn man die vergangenen 20 Jahre betrachtet. Genaueres könne man erst nach der Saison sagen.

"Das schwankt von Saison zu Saison"

Wie gefährlich die Grippe sein kann? In einer Saison können über tausend Menschen in Österreich daran sterben. „Das schwankt von Saison zu Saison“, so Kundi. Gefährdet sind vor allem ältere Menschen, Menschen mit vielen Erkrankungen, speziell der Atemwege. Wobei diese auch bei jungen Menschen problematisch werden können. Wo das Problem liegt? „Das Immunsystem konzentriert sich hauptsächlich auf den Grippeerreger, kann ihn aber nicht bekämpfen“, erläutert Kundi. Weil sich das Abwehrsystem so intensiv mit der Grippe beschäftigt, werden andere Krankheiten nicht ausreichend bekämpft. Sie können dann gefährlich werden.

Gefährlich werden kann aber auch die postgrippale Asthenie, eine Schwächungsphase, nach dem die Grippesymptome abgenommen haben. „Wenn man zu früh arbeiten geht, kann das für das Kreislaufsystem zu viel werden“, so Kundi. Und das kann in jedem Alter bedrohlich sein. Außerdem: „Die ersten Tage können schwer verlaufen – bei hohem Fieber.“ Dieses kann den Körper sehr belasten. Daher sollte man ab 40 Grad Fieber unbedingt zum Arzt. Er kann entscheiden, ob man ins Krankenhaus soll – wenn Intensivpflege nötig ist – oder zuhause bleiben kann. Manchmal ist das die bessere Lösung, weil auch ein Transport belastend sein kann.