Krebschen, Krabben und andere Könige. Uralte Krebse, farbige Spinnen, findige Zikaden und wendige Vögel leben in Niederösterreichs Donau- und March-Auen.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 09. Mai 2017 (03:07)
Hödl
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Sumpfschildkröten, Seeadler und Nasenfische gibt’s auch in Niederösterreichs Auen. Aber nicht nur. An der Donau und an der March tummeln sich noch viel kleinere und weit exotischere Tierchen. Wobei: Bedroht sind sie zum Teil genauso stark wie ihre prominenten Brüder.

Da wären etwa ein paar Arten, die so klein sind, dass man ihnen nur unterm Mikroskop in die Augen schauen kann. Und die noch älter sind als die Saurier. In freier Natur sind sie, nämlich die Urzeitkrebschen, ganz selten. Und doch leben Triops-Tierchen oder Feenkrebschen in den Augewässern der March. Und schlüpften Imnadia- und Lepidurus-Arten erst jüngst in Marchegg, und zwar in Tümpeln am früheren Fußballplatz.

Mit Fußball haben Krabbenspinnen nichts am Hut. Auch wenn ihre Vorderbeinchen eher nach Krabbe als nach Spinne aussehen. Dafür können die Weibchen ihre Farbe wechseln – je nach (Au-)Untergrund.

Rotbauunken wechseln zwar nicht die Farbe, können dafür aber „Yoga“, um bei Gefahr ihren gelbrotgefleckten Bauch herzuzeigen. Gefährdet sind auch sie – von Entwässerungen und Flussbegradigungen. Auch Schlammpeitzger, die zu den Karpfenartigen gehören, brauchen geschützte Flüsse. Dort verstecken sie sich bei Tag im Schlamm, am Abend suchen sie Nahrung. Und können, wenn nötig, durch den Darm atmen – was ihnen den unschmeichelhaften Namen „Gewitterfurzer“ eingebracht hat.

Ganz andere Geräusche, und zwar über 100 Dezibel laute, machen Wachtelkönige, wenn sie nachts stundenlang um ihre Königinnen balzen. War das erfolgreich, wird in den Auwiesen gebrütet. Ebenso vom Wendehals, der seinen Kopf um über 180 Grad nach hinten drehen kann und Wiesen und Raine zur Nahrungssuche braucht. Und im Auwald kann es im Frühling auch ohne Regen kräftig tropfen – wenn Weidenschaumzikaden ihre Nester aus weißen Schaumballen, genannt: „Hexenspucke“, im Geäst bauen.

Beobachten kann man sie alle auch, etwa auf den geführten Exkursionen in den Donau-Auen. Die nächste geht am 21. Mai auf Spurensuche. www.donauauen.at