Erstellt am 17. Januar 2017, 00:04

von Thomas Jorda

Carl Hermann: "Der Weg ist das Ziel". Vor dreißig Jahren ist Carl Hermann in Gmünd gestorben.

Carl Hermann als junger Bildhauer.  |  Archiv Andreas Nödl

Er zählt zu den prägenden Persönlichkeiten des Waldviertels und ist dennoch, dreißig Jahre nach seinem Tod am 11. November 1986 in Gmünd, öffentlich zu wenig präsent.

Carl Hermann, 1918 in der Südsteiermark geboren, wollte Maler werden, war aber für Pastelltöne blind. Also absolvierte er ab 1940 in Graz eine Ausbildung als Bildhauer. Er schloss sich dem Widerstand an, wurde zum Tod verurteilt und in den letzten Kriegstagen als Kanonenfutter gegen die Russen an die Front im Waldviertel geworfen. Hermann überlebte und blieb 1945 in Gmünd hängen.

In Waidhofen an der Thaya schuf er etwa die zwölf Meter hohe Kunststeinplastik des „Sämanns“ und das Granitrelief „Die sieben Schwaben“. Dazu kam „Der Betrachter“ in Gmünd oder die „Madonna mit Kind“ in Groißenbrunn und der „Heilige Paulus“ in Kärnten.

In der Pracht des Winters: der Naturpark Blockheide-Gmünd.  |  SPG

Doch Hermann war die Natur nicht weniger wichtig. Er gründete den ältesten österreichischen Weitwanderweg, den 510 Kilometer langen Nord-Süd-Weitwanderweg 05, der vom Nebelstein im Waldviertel bis ins Steirische Weinland führt, getreu seinem Motto: „Der Weg ist das Ziel.“ An der Strecke finden sich viele seiner Werke.

Die Liebe zur Natur führte ihn zur Gründung des Naturparks Blockheide-Gmünd. Mit der Granitplastik „Heidemännlein“ schuf er dazu die Marke.

Hermann wurde in der Pauluskapelle in Kärnten begraben, um die Pflege seines Hauses und des Nachlasses kümmern sich bewundernswert der Wiener Anwalt Andreas Nödl und seine Frau Anna. Eine Schau mit Hermanns Werken ist in Vitis zu sehen. Anfragen: office@noedl.at Jetzt gilt es, vergleichbare Initiativen auch in Gmünd zu setzen. www.carlhermann.at