Ein Geburtstag und drei neue Sieger bei den Top-Wirten. Seit genau 20 Jahren kürt Niederösterreichs Wirtshauskultur ihre Besten. Und die kommen heuer – auch – aus dem Traisental.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 23. Januar 2018 (02:29)
Lackinger/ Gaststätte Figl Betriebs GmbH
Drei Kategorien, neun Nominierungen, ein Top-Wirt: Matthias Strunz ist, gemeinsam mit Ulrike Mesner, Niederösterreichs 20. Top-Wirt – und Restaurantleiter der Gaststätte Figl in Ratzersdorf bei St. Pölten.

Vor dem Haus steht eine Linde. Hinterm Haus steht ein Stier. Auf der Karte stehen Frittatensuppe, Backhenderl, Rehfilet. Und neben der Eingangstür steht, nein: hängt ein grünes Schild. Mit einem weißen Teller. Und schwarzer Schrift. „Niederösterreichische Wirtshauskultur“ steht da. „Seit 1994“.

Den Figl gibt’s schon viel länger. Seine jüngste Auszeichnung gibt’s nicht ganz so lang. Genauer: seit 1998. Da wurde Erwin Schwarz vom gleichnamigen Gasthaus im Waldviertler Nöhagen zum ersten von Niederösterreichs „Top-Wirten“ gekürt.

20 Jahre später steht Erwin Schwarz noch immer in der Küche. Niederösterreichs vier Jahre früher gegründete Wirtshauskultur kürt noch immer ihre Besten. Und drei von diesen Besten standen gerade erst auf der Bühne, und zwar bei der Geburtstagsgala im Grafenegger Auditorium.

Familienwirtshäuser in besten Flusslagen

Einer der drei, der „Einsteiger des Jahres“, ist eine ganze Familie. Kommt aus Maria Taferl. Und kocht dort, im noch viel älteren Gasthaus „Zum Goldenen Löwen“, schon seit 1905: die Familie Frey. Die „Aufsteiger des Jahres“ kommen ebenso aus einer Wirtsfamilie. Und haben Küche und Gaststube des Familiengasthauses nicht hoch über der Donau, aber gleich neben dem Kamp erst vor zwei Jahren übernommen: Klaus und Alice Gutmann.

Und der Dritte? Ist – mit Linde, Stier und Frittatensuppe – „Top-Wirt des Jahres“, nämlich Matthias Strunz und Ulrike Mesner von der Gaststätte Figl am Ratzersdorfer Hauptplatz, nicht weit vom Traisenufer.

Was sie alle ausmacht? „Sie alle stehen für ein kulinarisches Qualitätsversprechen“, sagt Harald Pollak, Wirtshauskultur-Obmann und selbst Wirt und Koch in seinem Retzbacherhof. Sie stehen außerdem für Regionalität, für Tradition (etwa in der Einrichtung mit Schank und Stammtisch), für Gastlichkeit, für persönliche Betreuung durch die Wirtsleute. Und für Authentizität – im Geschmack wie in der Gemütlichkeit.

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