Niederösterreich

Erstellt am 05. Dezember 2018, 12:00

von Daniel Lohninger

Generationenfonds brachte Verlust. Die vom Land angelegten Wohnbaugelder verloren im vergangenen Geschäftsjahr um 11 Millionen Euro an Wert.

Landesrat Ludwig Schleritzko  |  NLK/Burchhart

Erst zum dritten Mal nach 2002 und 2008 steigt das Land mit einem Minus beim Generationenfonds aus. 11 Millionen Euro verlor die aus mehr als 5.000 Einzelpositionen bestehende Veranlagung von etwa 2,5 Milliarden Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Aufgrund des im Jahr davor erzielten hohen Gewinnes können aber noch 27 Millionen Euro ins Landesbudget ausgeschüttet werden. Sie werden dem Widmungszweck entsprechend für soziale Zwecke, vor allem den Pflegebereich, verwendet.

Dass die Veranlagung der Wohnbaugelder angesichts der boomenden Realwirtschaft ein Minus in der Höhe von 0,3 Prozent brachte, liegt laut FIBEG-Geschäftsführer Johannes Kern daran, dass sich der Kapitalmarkt im abgelaufenen Geschäftsjahr negativ entwickelt habe. Sowohl der globale Aktienindex als auch der Staatsanleihenindex erzielten ein Minus.

Gründe für die Verunsicherung auf den Kapitalmärkten seien unter anderem die US-Handelspolitik, der Brexit und die fehlende Budgetdisziplin in Italien. „Die 2014 vom Landtag beschlossenen strengen Richtlinien, die uns zu einer vorsichtigen Veranlagung zwingen, haben geholfen, das Minus in Grenzen zu halten“, erklärt Kern.

Finanzlandesrat Ludwig Schleritzko betont, dass der Generationenfonds angesichts der Entwicklungen am Finanzmarkt mit „einem blauen Auge davongekommen“ sei. Zugleich verweist er darauf, dass die Veranlagung in den vergangenen zehn Jahren ein Plus von insgesamt 2,4 Prozent gebracht hat. Oder anders gesagt: Seit 2002 erwirtschaftete der Generationenfonds mehr als 1,2 Milliarden Euro.

Mehr über die Hintergründe des Verlusts aus der Veranlagung der Wohnbaugelder sowie die politischen Reaktionen darauf findet ihr in der nächsten Printausgabe der NÖN.