Leopold, Heiliger und Klostergründer. Der Hl. Leopold ist seit 1663 Landespatron von Niederösterreich und Wien. Vor über 900 Jahren hat er das Stift Klosterneuburg gegründet.

Von Thomas Jorda. Update am 15. November 2019 (09:27)
Der kostbar gefasste Schädel des heiligen Leopold.   Foto: Archiv
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Heiliger. Leopold III. wurde am 6. Jänner 1485 durch Papst Innozenz VIII. heiliggesprochen. Mit wenig Begeisterung. Nicht nur der großen Zahl von Kindern wegen, die Leopold gezeugt hatte, was kaum auf heiligmäßige Keuschheit hindeutete, sondern auch deshalb, weil die Habsburger als Nachfolger der Babenberger politisch gewaltig Druck machten – ein heiliger Vorfahre in der Herrschergeschichte des Landes sollte das Image aufpolieren.

Patron. Die Kinder hinderten auch seine Ambitionen auf die deutsche Kaiserkrone. Mit so vielen potenziellen Nachfolgekandidaten war ein Bürgerkrieg vorprogrammiert. Also konzentrierte er sich mit viel Erfolg auf die Entwicklung seiner Mark. Nicht ohne Grund wurde er 1663 statt des heiligen Koloman zum Patron des Erzherzogtums Österreich unter der Enns.

Gründer. Groß ist die Bedeutung Leopolds für Österreich besonders durch die Gründer der beiden Stifte Klosterneuburg (1113) und Heiligenkreuz (1135), aber auch von Klein mariazell (1134). Leopold starb am 15. November 1136 nach einem Jagdunfall in Klosterneuburg und wurde im Stift beigesetzt. Hier wird vor allem sein Schädel als kostbare Reliquie verehrt, ein als Schulterblatt bezeichneter Beckenknochen findet sich im Stephansdom.

Traditionelles "Leopoldi"-Fest in Klosterneuburg

In Klosterneuburg steht einmal mehr das traditionelle "Leopoldi"-Fest an. Bis 17. November laden Stift und Stadt zum Fasslrutschen, zur Weinverkostung, zum Vergnügungspark auf dem Rathausplatz und zum Stiftsbesuch. Insgesamt werden etwa 40.000 Besucher zu der weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Veranstaltung erwartet.

Der heilige Leopold mit dem Stift Klosterneuburg, 1859.
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Höhepunkt wird am eigentlichen Festtag, dem 15. November, der Besuch des Hochamtes in der Stiftskirche sein. Weiters locken 30 Vergnügungsbetriebe und 80 Marktstände. Das traditionelle Fasslrutschen ist täglich von 10.00 bis 20.00 Uhr im Binderstadl möglich und kostet 2,50 Euro für Erwachsene bzw. 1,50 Euro für Kinder. Der Reinerlös kommt laut einer Aussendung dem Projekt "Ein Zuhause für Straßenkinder" der Concordia-Sozialprojekte zugute.

Für die traditionelle Wallfahrt steht die nur an diesen Tagen öffentlich gezeigte Schädelreliquie Leopolds im Zentrum. Der Heilige ist seit 1663 Landespatron von Niederösterreich und Wien. Das Stift gründete er vor mehr als 900 Jahren.

www.stift-klosterneuburg.atwww.klosterneuburg.at/leopoldi