Seniorentheater: Spielen für die Leichtigkeit. Seniorentheater ist ein sanftes Training für Körper und Gehirn. In Laxenburg gründete Renate Neuber im März 2019 eine Gruppe, an der mittlerweile schon mehr als 20 Senioren teilnehmen.

Von Brigitte Wimmer und NÖN Sonderjournal-Redaktion. Erstellt am 01. November 2019 (04:45)

Wenn man an einem Donnerstag, so um 10.30 Uhr, das Rathaus in Laxenburg betritt, hört man schon von Weitem fröhliches Gelächter und Geplauder. Denn im Laxenburger Gemeindesaal treffen sich um diese Zeit 20 Senioren, um dort gemeinsam Theater zu spielen. Leiterin Renate Neuber hat ihre Masterarbeit über „Potenzial und Wirkung von drama- und theaterpädagogischen Methoden für ältere Menschen“ geschrieben und wendet ihr Know-how nun in diesem Kurs an.

Im Saal sind die Sessel alle an die Wand gestellt, damit in der Mitte eine große freie Fläche entsteht. Es wirkt schon wie ein kleines Ritual, wenn sich die Gruppe zu Beginn der Theatereinheit zum Aufwärmen zu einem Kreis formiert, um gemeinsam von einem zum anderen ein Klatschen weiterzugeben oder „Zip Zap Zpoing“ zu spielen. „Diese Übungen fördern den Einklang der Theaterspieler und erhöhen die Konzentration“, weiß die Spielleiterin.

Mit einfachen Sätzen das Gehirn trainieren

Neuber bittet die Teilnehmer, sich im Raum zu verteilen und den Saal mit großen oder kleinen Schritten zu durchmessen. Um die Senioren sanft an das „Textsprechen“ heranzuführen, werden Kinderlieder ausprobiert und satzweise an den Nächsten weitergegeben. „Alle meine Entlein“ oder „Lustig ist das Zigeunerleben“ können alle Schauspieler auswendig und haben sehr viel Spaß, diese Sätze in verschiedenen Emotionen vorzutragen. Einmal lauter, einmal leiser, einmal weinerlich, einmal lustig ...

Die Kursleiterin betont immer wieder, dass Versprecher eine Bereicherung sind für das Spiel und es dadurch auch viel mehr Freude in der Gruppe gibt. Im Kurs befinden sich Teilnehmer im Alter zwischen 50 und 80 Jahren. Diese lernen hier, wieder Rücksicht auf andere zu nehmen, mit neuen Verhaltensweisen zu experimentieren, mit Spielfreude in Rollen zu schlüpfen und sich zugehörig zu fühlen. Denn: Theaterspielen ist auch ein probates Mittel gegen Einsamkeit.

Nach den Aufwärmübungen stellt die Gruppe zum Beispiel auch Sesselreihen auf, um die Hälfte des Raumes als Bühne zu definieren. Die Theaterpädagogin teilt kurze Texte aus für einen Sketch, in dem die Rollen schon am letzten Kurstag verteilt wurden.
Wie in jeder Gruppe gibt es auch hier Teilnehmer, die mit Begeisterung auf die Bühne drängen, und etwas schüchternere Personen, die für den Anfang einmal lieber kleinere Rollen spielen wollen. Doch schnell wird klar: Für jeden ist hier etwas dabei!