Bischof Schwarz: Solidarisches Miteinander. Anlässlich der Feierlichkeiten am Festtag des niederösterreichischen Landespatrons, des heiligen Leopolds, feierte Bischof Alois Schwarz am Sonntag, 15. November, im Stift Klosterneuburg eine schlichte Messe stellvertretend für das ganze Land.

Von Gina Christof. Erstellt am 16. November 2020 (12:13)
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„Ich sehe die Stiftskirche überfüllt mit all jenen Menschen, die sie im Herzen haben, für die sie Verantwortung übernehmen, deren Nöte sie kennen“, betonte Bischof Alois Schwarz das Prinzip der Stellvertretung zu Beginn seiner Predigt anlässlich der jährlichen Landesfeierlichkeiten am 15. November, dem Festtag des heiligen Leopolds. Der Festtag des niederösterreichischen Landespatrons wurde heuer aufgrund der aktuellen Situation nicht mit großen Feierlichkeiten, sondern in einer schlichten Messe zelebriert.

„Mit Leopold schauen wir hinein in unser Land, auf die Menschen, auf Konflikte, auf Barrieren“, so Schwarz. Es gelte den Einfluss des heiligen Leopold zu entdecken und zu verbreiten, insbesondere in einem Miteinander und „sozialer Intelligenz“.  

Bischof Alois Schwarz
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„Wir vergessen es unserem Gott nicht, dass wir hier in Niederösterreich leben, dass von hier aus, dem Kernland, Österreich gewachsen ist. Hier gibt es Humor und Glaube und Lebensfreude“, meinte Schwarz.

In den kommenden Wochen würden viele Menschen vor einer „Zerreißprobe“ stehen, so der Bischof. Daher sei das große solidarische Miteinander im Land, das sich in der Wertschätzung der unzähligen „helfenden Berufe“ zeige, besonders hervorzuheben.  Diese Aufmerksam füreinander sei eine „Umarmung der Seelen“, die mit Blick auf Leopold gerade heute besser gelingen möge. 

„Zufluchtsort Kirche“

Besonders betonte Bischof Schwarz auch den „Zufluchtsort Kirche“ und die geschichtliche Bedeutung des Begriffes „Leo“ – beim Fangenspielen stellt dieser für Kinder einen Ort dar, an dem „einem niemand was tun kann“. Auch der heilige Leopold böte damit einen „Schutzraum für Menschen, die Obdach für ihre Seelen suchen, die unterwegs sind, die in ihren Herzen heimatlos geworden sind“, so Schwarz.  

Zum Schluss seiner Predigt bezog sich der Bischof noch auf den Begriff „Maske“. Dieser sei als Bezeichnung für den Mund-Nasen-Schutz nicht passend: „Wir begegnen einander ja mit offenen Augen. Wir begegnen einander mit Schutz, aber ohne `Maske´: wir verlieren den anderen nicht aus den Augen, und die Augen bleiben immer offen. Das Schauen aufeinander und sich selbst ist möglich“, so der Bischof.