Elsbeere: Kleine Beeren, große Arbeit. Viel Zucker und viel Säure hat die kleine, seltene Beere. Und in NÖ sogar ein eigenes Reich.

Von Michaela Fleck und Manuela Mayerhofer. Erstellt am 23. Oktober 2018 (02:02)
Jakob Mayer
Eine Elsbeere im Morgennebel: Mit Netz und Leiter werden die kleinen, rot-braunen Beeren „Auf der Prinz“ bei Michelbach in Niederösterreichs Elsbeerreich geerntet – und zwar von Hand.Jakob Mayer

Sein Brennrecht hat er von Maria Theresia. Seinen Hof hat er von den Eltern (und die von ihren Eltern). Und seine jüngsten Bäume? Die hat Jakob Mayer erst gepflanzt. 14 junge Elsbeerbäume hat der junge Bauer auf seinen Wiesen in Mayerhöfen auf genau 500 Metern Seehöhe stehen. Und: sieben teils schon hunderte Jahre alte.

An denen lehnen zurzeit himmelhohe Leitern, unter denen liegen schwarze Netze und in denen hängen, mit einem Gurt an der Leiter, die Pflücker. „Das Pflücken mache ich gemeinsam mit meiner Mutter. Der zweite Schritt ist das Abrebeln, da helfen Verwandte und Bekannte mit“, erklärt Jakob Mayer. Und freut sich heuer auf eine „sensationelle Ernte, ich rechne mit einem Ertrag zwischen 700 und 800 Kilogramm“. Trotzdem gehört die Elsbeere, die seit zwölf Jahren und rund um 23 Gemeinden zwischen Mostviertel und Wienerwald, sogar ihr eigenes Reich hat, noch immer zu den seltenen und darum ganz besonderen Wildfrüchten.

"Schöner Erfolg"

„Die Elsbeere ist etwas, das einzigartig ist. Und auch der Baumbestand in unserer Region ist einzigartig in ganz Europa“, bekräftigt Jakobs Mutter Veronika Mayer, die auch die ersten Elsbeerwege in der Region angelegt und gepflegt hat.

Ab Hof gibt es bei den Mayers die Elsbeere als Schnaps, Likör, Schokolade, Konfekt, Fruchtaufstrich oder Blütensirup. In der Region künftig auch in neuen Kooperationen mit der Genussregion „Wiesenwienerwald Elsbeere“. Und auf der Speisekarte in immer mehr Gasthöfen – „das ist ein schöner Erfolg“, so Veronika Mayer.