Leichen, Opern & Kommissare. Miroslav Nemec, gebürtiger Zagreber & Münchner „Tatort“-Kommissar, sprach mit Michaela Fleck über Leichen, Opern & Kommissare.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 23. November 2016 (04:52)
Katrin Jaeger
Miroslav Nemec

NÖN: Diesen Samstag sind Sie mit Ihrem ersten Buch in der St. Pöltner Bühne im Hof zu Gast. Was gibt’s denn da zu hören? Oder zu sehen?

Miroslav Nemec: Das ist die Biografie, „Miroslav Jugoslav“, wie sie mich damals in Freilassing gerufen haben. Da lese ich auch aus meiner Kindheit, erzähle Witze, da gibt’s Lieder aus Kroatien, aber auch aus Österreich. Die Nemec hatten ja familiäre Bezüge nach Österreich. Und wir waren oft in Wiener Neustadt und Mödling … Leichen gibt’s in diesem Abend aber keine.

Dafür gibt’s in Ihrem neuen Buch ein paar Tote. Wobei das Cover mehr nach Bergsteigerroman als nach Krimi ausschaut und der Titel mehr nach Bergdoktor als nach Batic klingt.

Nemec: [lacht] Bei dem Krimi geht’s genau darum, um den Nemec hinter dem Batic. Der Nemec fährt zu einer Lesung, und dann passiert ihm genau das, was sonst nur dem Batic passiert, nämlich eine Leiche. Das war für mich auch der Kick. Ich kenn’ ja den Batic ganz gut, hab ihn angerufen. Und er hat gesagt, wenn wir’s verfilmen, dann spielt er den Nemec [lacht wieder]!

In den „Toten auf der Falkneralm“ kommt auch Ihre Familie vor. Ist das also doch die Fortsetzung Ihrer Autobiografie?

Ja, da ist doch sehr viel Privates drin. Ein paar Begebenheiten sind erfunden.

Und kommt da bald der zweite Fall?

Der kommt, der zweite Fall. Und da geht’s wahrscheinlich in den Süden …

Apropos: Serie. Im Sonntagabendprogramm ermitteln Sie schon seit 25 Jahren und 73 Fällen als „Tatort“-Kommissar. Ist Ihnen noch nie fad geworden, auf der „guten“ Seite?

Es sind noch drei mehr. Einer davon kommt am 26. Dezember, „Klingelingeling“, da geht’s um Bettelei. Ein Bösewicht ist leichter zu gestalten als ein Sympathieträger. Das ist wie bei Shakespeare: Richard III. ist interessanter als Lysander!

Dabei wollten Sie erst Pianist, dann Rockstar werden. Was ist da schief – oder gut – gelaufen? Und werden Sie jetzt Bestsellerautor?

Das nimmt man sich ja nicht vor! Ich lass’ die Dinge auf mich zukommen. Gut gegangen ist, dass ich von meinem Beruf gut leben kann. Die Schauspielprüfung hab’ ich ja aus Jux und Tollerei gemacht …

Was würde Sie noch reizen?

Ich hab’ jetzt erst mal genug zu tun. Aber eine Opernregie, das könnte noch mal was sein… 

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