Mit Infizierten im gleichen Haushalt: Was tun?. Wenn gesunde Personen mit Infizierten im gleichen Haushalt leben, muss nicht zwingend eine Ansteckung erfolgen. Thomas Szekeres, Präsident der Österreichischen Ärztekammer, erklärt, wie Ansteckung Zuhause verhindert werden kann.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 24. November 2020 (18:05)
Wer mit Corona-infizierten Personen in einem Haushalt lebt kann sich schützen.
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Mit den hohen Infiziertenzahlen steigt die Zahl der Menschen, die sich zuhause in Quarantäne oder Absonderung befinden. Doch wie sollte man damit umgehen, wenn beispielsweise ein infiziertes Familienmitglied zuhause bleiben muss?

Thomas Szekeres, Präsident der Österreichischen Ärztekammer: "Bitte keine Angst haben".
Ärztekammer

„Zunächst einmal gilt: Bitte keine Angst haben“, rät Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres. „Es gibt einige einfache Maßnahmen für den maximalen Infektionsschutz. Wichtig ist die gebündelte Anwendung“, verweist Szekeres auf entsprechende Empfehlungen, die von Alllgemeinmediziner und Gesundheitsökonom Erwin Rasinger ausgearbeitet wurden. 

Lüften und FFP2-Maske in der Wohnung

„In circa 50 Prozent der Fälle erfolgt eine Weitergabe des Virus innerhalb der Familie“, warnt Rasinger. Daher sei es so wichtig, hier gegenzusteuern. „Alle zwei Stunden sollte ordentlich durchgelüftet werden. Neue Untersuchungen unterstreichen deutlich, wie wesentlich dieser Schritt ist, weil er die Aerosolbelastung massiv senkt. Soweit es geht, sollte Abstand gehalten werden. Während der Hauptansteckungszeit, die circa fünf Tage lang dauert, ist das Tragen einer FFP2-Maske in der gesamten Wohnung anzuraten, da die Belastung mit Aerosolen massiv sein kann“, beschreibt Rasinger die grundlegenden Handlungsempfehlungen.


Eigenes Zimmer, eigenes Bett, eigene Wäsche

„Wenn es möglich ist, sollte die erkrankte Person in einem eigenen Zimmer mit eigenem Bett untergebracht werden. Auf peinlichste Sauberkeit ist zu achten, beispielsweise sind Türklinken zu desinfizieren. Gesunde Menschen sollten nicht dieselben Handtücher verwenden wie Erkrankte. Die benutzten Handtücher sollten auch nicht gleichzeitig im Bad aufbewahrt werden“, so Rasinger.
 

Vitaminpräparate für Angehörige

Schutz der Angehörigen kann die Einnahme von Multivitaminpräparaten, die Selen, Zink und die Vitamine C und D enthalten, bringen. Ebenso regelmäßiges Gurgeln mit einer antiviralen Lösung oder Befeuchten der Schleimhäute, zum Beispiel durch Meersalz-Sprays.

Bei Atemnot sofort zum Arzt

„Besondere Aufmerksamkeit sollte nach circa einer Woche nach Krankheitsbeginn gelten. Wenn es in dieser kritischen Phase zu einer spürbaren Verschlechterung – insbesondere Atemnot - kommt, sollte unbedingt telefonisch Kontakt mit einem Arzt aufgenommen werden“, rät Rasinger. Ärzte, Fachärzte und Ambulanzen seien immer für die Patienten da, betont Szekeres.

Bitte um Plasmaspende nach Gesundung

„Wichtig ist auch: Sobald der Erkrankte wieder genesen ist, sollte man sich beim Roten Kreuz oder den Universitätskliniken über die Möglichkeit einer Plasmaspende erkundigen – damit kann anderen Menschen bei ihrem Kampf gegen die Infektion geholfen werden“, empfiehlt Szekeres.