Nachhaltiger Tropfen. Donauriesling heißt der neue Wein der Winzer Krems. Und der kommt mit Klimaveränderungen besonders gut zurecht.

Von Magdalena Binder. Erstellt am 15. August 2017 (01:42)
Winzer Krems
Beim Donauriesling handelt es sich um eine neue, pilzwiderstandsfähige Rebsorte, bei der weniger Pflanzenschutzmaßnahmen erforderlich sind.

In Zeiten, wo Nachhaltigkeit an Bedeutung gewinnt und der Einkauf immer bewusster geschieht, muss man sich auch im Wein-Business etwas einfallen lassen – wie beispielsweise eine neue Rebsorte kreieren.

Das haben die Winzer Krems nun gemeinsam mit der Weinbauschule Klosterneuburg getan und heuer erstmals den Donauriesling auf den Markt gebracht. „Das Klima verändert sich, und daher braucht es resistentere Rebsorten, die mit den neuen Bedingungen zurechtkommen“, sagt Franz Ehrenleiter, Geschäftsführer der Winzer Krems.

Winzer Krems
Der Donauriesling.

Gezüchtet wurde die neue Sorte im Lehr- und Forschungszentrum für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg. Seit 2011 ist der Donauriesling zugelassen und seit 2012 zum Anbau klassifiziert. Der Name lässt die Abstammung klar erkennen: Die Sorte ist eine Kreuzung aus Riesling und einer Freiburger Zuchtelite, die wiederum aus Seyve Villard, Grauburgunder und Gutedel geschaffen wurde.

Das Besondere an der Rebsorte ist ihre hohe Widerstandskraft. Der Donauriesling kann umweltfreundlicher, nachhaltiger und ökonomischer produziert werden. Wie der Name ebenso verrät, eignet sich die Rebsorte ideal für das Donau-Klima. Durch ein spätes Austreiben ist der Donauriesling länger gegen Spätfrost geschützt und verträgt auch Trockenheit sehr gut. Außerdem platzen die Trauben nach Herbstniederschlägen nicht so leicht. Günstig für die Weinqualität ist vor allem die Kleinbeerigkeit, die ausgeprägter ist als beim Riesling.

Geschmacklich unterscheidet sich der Donauriesling aber von seiner „Elternsorte“, dem Riesling: Während beim Riesling Steinobstaromen wie Pfirsich und Marille dominieren, stehen beim Donauriesling Fruchtfacetten wie Mirabellen, Limonen und Rhabarber im Vordergrund. Er passt besonders gut zu leichtem Fisch & Meeresfrüchten, hellem Gemüse und leichten Frühlings- und Sommergerichten.

Fünf Hektar Donauriesling bewirtschaften die Winzer Krems derzeit, und die Fläche soll noch erweitert werden. Etwas Zeit bedarf es allerdings noch, um das volle Potenzial ausschöpfen zu können. „Ein Winzer muss fünf bis zehn Jahre mit einer Pflanze arbeiten, um sie gut zu kennen“, so Ehrenleiter.

Im Weinregal kommt die Neuheit auf jeden Fall gut an: 5.000 Liter wurden bereits verkauft. www.winzerkrems.at