Neues Leben für St. Pöltens alte Synagoge. Um vier Millionen Euro soll St. Pöltens ehemaliges jüdisches Gebetshaus bis 2024 saniert werden.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 14. April 2021 (02:50)
Davidstern und Jugendstil: die ehemalige Synagoge in der St. Pöltner Renner-Promenade.
Land NÖ

108 wird sie heuer. Hat Gold an den Wänden, die Zehn Gebote an der Fassade und Jugendstil rundherum. Und gekostet hat sie fast 142.000 Kronen – die Synagoge, die ein Vierteljahrhundert lang Haupthaus von St. Pöltens Israelitischer Kultusgemeinde war.

Jetzt hat der noch immer eindrucksvolle Bau einen frisch unterschriebenen Bestandsvertrag. Und soll, nachdem er jahrelang – unterbrochen von kleinen Veranstaltungsreihen oder barocken Festivalkonzerten – im Dornröschenschlaf lag, endlich wieder belebt werden. Das stand auch schon im Konzept für NÖs Kulturhauptstadt 2024. Und dazu haben die Kultusgemeinde von Wien und die Museum Betriebs GmbH von NÖ nun einen (unentgeltlichen) Vertrag abgeschlossen. Und suchen jetzt einen Generalplaner.

Denn das ehemalige Gebetshaus soll bis 2024 saniert und adaptiert werden, Chor und Kantorhaus barrierefrei zugänglich gemacht und als „Raum, der selbst Geschichten erzählt“, so die Direktorin von Österreichs Institut für Jüdische Geschichte, bespielt werden. Vier Millionen Euro wollen Land und Stadt dafür ausgeben, Unterstützung soll vom Bundesdenkmalamt und vom Nationalfonds für Nazi-Opfer kommen.

Für NÖs Landeshauptfrau ist das „ein wichtiges Signal für die Zukunft“, für St. Pöltens Bürgermeister ist die Synagoge „ein besonderes Haus“. Und für NÖs Museums Betriebs GmbH-Geschäftsführer gleichermaßen „großartig“ und „faszinierend“.