Pflegebedarf steigt. In Zukunft wird es in NÖ immer mehr ältere Menschen geben, die Unterstützung benötigen.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 07. Juni 2017 (00:10)
Laut Altersalmanach wird die Gesamtbevölkerung in NÖ bis 2030 auf 1,74 Millionen anwachsen, der Anteil der 75 plus wird dabei auf 11,6 Prozent ansteigen.
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„Unser Auftrag ist es, ein gelungenes Altern abzusichern“, so Landesrätin Barbara Schwarz. Dazu wird seit 1994 alle fünf Jahre im Rahmen des Altersalmanachs der Pflegebedarf in Niederösterreich erhoben und eine Prognose erstellt.

Bis 2030 wird die Bevölkerung in NÖ auf 1,74 Millionen anwachsen. Die älteren Menschen werden mehr werden. 2014 gab es in NÖ noch rund 85.700 Über-80-Jährige, 2030 werden es rund 127.100 sein. Und: Die Lebensformen werden sich verändern. So steigt etwa die Zahl der Singlehaushalte um 22 Prozent. Dadurch steigt auch der Pflege- und Betreuungsbedarf. Wobei Franz Kolland vom Institut für Soziologie der Uni Wien davon ausgeht, dass viele weiterhin von Angehörigen betreut werden.

Mehr 24-Stunden-Betreuung

Bis 2025 wird es bei der stationären Pflege um 15 Prozent mehr Pflegeplätze brauchen. In den Bezirken Baden, Gänserndorf, Krems-Land und Lilienfeld steigt die Anzahl pflegebedürftiger Menschen bis 2020 jeweils um rund 13 Prozent.

Bei den mobilen Diensten werden es um 13 Prozent mehr Klienten sein. Hier werden die größten Steigerungsraten für die Bezirke Mödling, Gänserndorf und Korneuburg prognostiziert.

Vor allem aber wird der Bedarf an 24-Stunden-Betreuung ansteigen – um 80 Prozent. Kolland: „Wir gehen heute davon aus, dass wir 2030 mehr Betreute in der 24-Stunden-Betreuung haben als mobil Betreute.“ Besonders starke Zuwachsraten wird es in Waidhofen an der Thaya und Waidhofen an der Ybbs geben.

Die Sozialhilfekosten des Landes Niederösterreich werden durch diese Entwicklungen um rund 42 Prozent auf 457 Millionen Euro steigen.