Anton Floh: „Legendäre Strecke“. Anton Floh aus Tulln hat als erster Österreicher den Ärmelkanal durchschwommen. Von Dover (England) bis zur französischen Küste brauchte er 12,5 Stunden.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 01. September 2014 (06:02)
NOEN, Grossschmidt Thomas
Der Tullner Anton Floh am »Tag danach«. Foto: privat

Den Ärmelkanal zwischen Dover und der französischen Küste schwimmend zu überqueren, das ist die Königsdisziplin der außergewöhnlichen Schwimmstrecken. Anton Floh aus Tulln hat es geschafft.

NOEN, Grossschmidt Thomas
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Der 44-Jährige ist der erste Österreicher, der – von der Channel Swimming Association anerkannt –  erfolgreich den Ärmelkanal durchschwommen hat – rund 34 Kilometer in 12,5 Stunden ( die Tullner NÖN und NÖN.at berichteten ).

Idee schon vor einigen Jahren geboren

„Meiner Ansicht nach ist das die legendärste Schwimmstrecke. Es ist einfach ein sehr großer Erfolg, wenn man das schwimmen kann“, erzählt Anton Floh wenige Tage nach der geglückten Kanaldurchschwimmung.

NOEN, privat
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Die Idee, den Ärmelkanal zu durchschwimmen, geisterte schon mehrere Jahre in Flohs Kopf herum, konkreter wurde sie nach dem Sieg bei einem 24-Stunden-Schwimmen vor einigen Jahren.
 

„Dabei musste ich die Idee nach einem Schwimmen am Züricher See fast wieder aufgeben. Ich bekam Schulterprobleme, bin operiert worden“, erinnert er sich.

„Den Kapitän habe ich jeden Tag angerufen“

Nach der Genesung stand dem Ärmelkanal aber nichts mehr im Wege. Das Reglement ist streng: Geschwommen wird ohne Neoprenanzug, nur Schwimmbrille, -haube und Badehose sind erlaubt. Ein Begleitboot ist ständig beim Schwimmer, hilft bei der Orientierung und versorgt mit Nahrungsmitteln.

„Man muss sich rechtzeitig einen Termin sichern. Es gibt immer Zeitfenster, denn es muss natürlich von den Gezeiten her passen.“ Floh hat seinen Termin vor einem Jahr fixiert. Seit 14. August ist er in Großbritannien. „Man trifft zuerst den Kapitän, sieht sich das Boot an. Den Kapitän habe ich jeden Tag angerufen. Der sagt, ob es geht.“

Am 24. August passte die Witterung schließlich, und es konnte losgehen. Woran er während der 12,5 Stunden im Wasser gedacht hat? „Eigentlich an nichts. Außer an die nächste Nahrungsaufnahme. Man schwimmt von Verpflegung zu Verpflegung.“

Wellengang machte mehr Probleme als die Wassertemperatur

Ein Jahr lang hat er sich auf die Überquerung des Ärmelkanals vorbereitet. „Die Kondition habe ich gehabt, ich habe also nicht mehr als sonst trainiert“, erzählt Floh. Aber: Der 44-Jährige hat versucht, sich so gut wie möglich auf die Bedingungen im Ärmelkanal vorzubereiten. „Normalerweise bin ich nur im Juni, Juli und August draußen geschwommen. Jetzt war ich bis November draußen, bis zu neun Grad Wassertemperatur.“

Zwei Mal ist der Tullner außerdem gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin ans Meer gefahren, um im Salzwasser trainieren zu können. Probleme bereitete dem 44-Jährigen wider Erwarten dann nicht die Wassertemperatur, sondern der Wellengang im Ärmelkanal.

Top in Form ist Floh ohnehin. Fünf Mal pro Woche macht er Schwimmtraining, ein Mal pro Woche geht es in die Kraftkammer. Rund 30 Kilometer schwimmt er pro Woche. Zum Schwimmen kam er übrigens fast zufällig 1998, sagt Floh: „Ich wollte einfach mehr Sport machen“ – mit diesem hat er jetzt Geschichte geschrieben.