Berufs-Europameister: Julian Schönbichler heizte allen ein. Der St. Leonharder Julian Schönbichler ist mit seinen 23 Jahren Europas bester Heizungstechniker. Von der EM kehrte er mit zwei Goldmedaillen zurück.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 19. Oktober 2014 (23:36)
Julian Schönbichler
NOEN, Privat

Wenn man Julian Schönbichler auf einem abgelegenen Hof in Hofstetten in aller Ruhe an einer neuen Heizung arbeiten sieht, würde man nicht vermuten, welch aufregende Zeit hinter ihm liegt. Denn der 23-jährige Leonharder gewann bei den Euro Skills 2014 die Goldmedaille im Team- sowie im Einzelwettbewerb und ist somit Europas bester Sanitär- und Heizungstechniker ( NÖN.at berichtete ).

Nach einem Monat Vorbereitung in der Firma Hauser in Linz, Training mit seinem Experten Thomas Hofer sowie seinem Team-Kollegen Lukas Zauner, Seminaren und auch Übungsstunden am Testprojekt in der Freizeit, war es so weit. Und der junge Installateur war bereit für den Wettkampf in Lille, Frankreich.

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NOEN, Harringer

Vor 90.000 Zusehern Ruhe bewahrt

Davor konnte Julian sich ausreichend vorbereiten, denn seine berufliche Heimat, das Raiffeisen Lagerhaus Mostviertel Mitte, hat ihn insgesamt fast zwei Monate freigestellt. Neben dem Training und der Unterstützung von außen, war es zusätzlich wichtig, die Ruhe in dieser Wettbewerbssituation zu bewahren.

Schönbichler erklärt: „Wenn du normalerweise arbeitest, hast du ja Zeit und kannst entspannt und unbeobachtet zum Beispiel ein Heizungssystem einbauen. Wenn dir dann, wie in Lille, an all den Tagen insgesamt 90.000 Besucher zuschauen, muss man schon wissen, wie man mit der neuen Stresssituation umgeht.“

Beruf als Berufung

Ein wenig Glück spiele dabei natürlich auch eine Rolle, meint der Europameister bescheiden. Zu seiner Berufung kam er über einen Schnuppertag an seiner derzeitigen Arbeitsstelle und wusste sofort: Das ist das, was er einmal machen möchte. Nachdem er schon 2012 den Landes-Lehrlingswettbewerb gewann und anschließend auch Silber beim Bundes-Lehrlingswettbewerb holte, qualifizierte er sich als Vize-Staatsmeister für die EM. Dort setzte er sich unter acht Installateuren aus verschiedenen Ländern klar durch.

Empfang beim Bundespräsidenten

Nach seinem Triumph lehnt sich Julian keineswegs zurück. Sein nächstes Ziel ist der Meisterkurs, den er bald absolvieren will. Derzeit eilt er aber noch von einer Ehrung zur nächsten. So zeigt sich nicht nur seine Heimatgemeinde erkenntlich, auch in der Hofburg darf er am 29. Oktober seinen Beruf vorstellen und wird von Bundespräsident Fischer empfangen.

Vizekanzler Reinhold Mitterlehner und WKÖ-Präsident Christoph Leitl überraschten das Team Austria, das insgesamt 19 Medaillen heimbrachte und somit die erfolgreichste Nation war, sogar mit einem VIP-Empfang am Wiener Flughafen.

Auf die Frage, ob er schon genug von dem Wirbel um seine Person habe, meint Julian, dass er es derzeit noch sehr genieße. „Immerhin macht man solche einprägenden Erfahrungen nicht oft, da muss man schon jeden Moment inhalieren.“