Ein Hacker auf der guten Seite. Mit nur 17 Jahren beschäftigt sich Christoph Einsiedl aus Atzenbrugg, Bezirk Tulln, mit Cyber Security. Für Firmenchefs hielt er nun einen Vortrag.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 23. Mai 2018 (01:39)
Christoph Einsiedl
Katharina Schiffl

Eine E-Mail im Postfach von der Hausbank, man solle doch die neue App installieren und dafür bezahlen. Eine Nachricht, in der man dazu aufgefordert wird, Geldbeiträge zu überweisen. Sogenannte Phishingmails landen regelmäßig im Mail-Ordner.

Davon und generellen Sicherheitsproblemen im Internet sind nicht nur Privatpersonen betroffen. Gerade in Unternehmen ist „Cyber Security“ ein wichtiges Thema.

Deshalb wurde die IT-Firma von Andreas Gröbl eingeladen, eine „Cyber Security Show“ bei der Erstebank zu präsentieren. Vortragender dort: Der 17-jährige Christoph Einsiedl aus Atzenbrugg, Bezirk Tulln, der bei Gröbl schon mit 15 Jahren sein erstes Praktikum absolviert hat. „Grundsätzlich ist es mal so, dass man Leute sensibilisieren kann“, so Einsiedl. Bei seinem Vortrag zeigte er etwa, wie er mit drei Klicks eine Phishing-E-Mail versenden kann ... und zwar im Namen des Bankmanagers.

„Alle dachten, dass das viel komplizierter ist, aber wir wollen zeigen, dass das keine Rocket Science ist“, erklärt der Schüler. Was man in Firmen sehr gut machen könne, sei, einen externen Berater einzusetzen. In Absprache mit der Firma könne der Spammails verschicken und sieht, wie viele Leute draufklicken. „Das ist dieser unberechenbare Faktor Mensch. Dieser Faktor ist immer der gefährliche“, so Einsiedl.

"Das Reden vor Leuten hat mich nie gestört"

Der Vortrag vor 500 Leuten, inklusive Chefermittler des Bundeskriminalamts, damit nichts Illegales passiert, ging Einsiedl leicht von den Lippen: „Das Reden vor Leuten hat mich nie gestört, das war schon im Kindergarten so“, sagt Einsiedl lachend.

Schulungen würden vor allem dann Sinn machen, wenn man nicht sagt, „Achtung, passt auf die und die E-Mails auf“, sondern, wenn Einsiedl es zeigt, wie „die bad guys das machen“.

Auch seine Hobbys verbindet Einsiedl mit IT: „Ich bin bei der Wasserrettung in Tulln Rettungsschwimmer und dort Fachreferent für Informationstechnologie.“ Sonst treffe er sich gerne mit Freunden, aber auch die Schule beanspruche sehr viel Zeit. Denn 2019 absolviert er die Matura am Gymnasium.

Für die Zeit danach gäbe es mehrere Wege, die er sich vorstellen könne. In einem Informatikstudium möchte er gerne sein Wissen vertiefen, „vielleicht findet sich aber auch ein anderer Fachzweig, der mich interessiert. Grundsätzlich will ich aber auch mein Wissen weitergeben“.

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