Biken: Spaß mit der Geschwindigkeit . Clemens Kaudela hat in Unterstinkenbrunn eine Pump-Track-Anlage gebaut, um seine Leidenschaft auch anderen frei zugänglich zu machen.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 15. August 2017 (01:31)
privat
Clemens Kaudela

„Ich war schon immer fasziniert, dass man mit dem Radl wo drüberspringt. Über Holzbretter oder Ziegelsteine“, sagt der Mistelbacher Clemens Kaudela mit Begeisterung.

Um auch andere an der Leidenschaft teilhaben zu lassen, hat der 27-Jährige in Unterstinkenbrunn eine Pump-Track-Anlage geplant und gebaut. So nennt man eine spezielle Art der Mountainbikestrecke. Ohne zu treten, baut man Geschwindigkeit auf, indem man sich auf dem Bike hochdrückt.

Zum normalen Mountainbiken kam Kaudela durch seinen Vater. Er versprach seinem Sohn ein Bike, sollte er bei einem Kinderturnier einen Stockerlplatz schaffen. Als Zweitplatzierter bekam er das Rad und der Kampfgeist war geweckt.

"Wir hatten früher daheim ein Sägewerk"

Kaudela, in Unterstinkenbrunn aufgewachsen, absolvierte nach dem Gymnasium in Laa die HTL für Holztechnik in Mödling. „Wir hatten früher daheim ein Sägewerk, also bin ich mit Holz aufgewachsen“, so der Biker. Sein Vater habe ihn unterstützt, als er sich die ersten Schanzen daheim bauen wollte. So hat Kaudela schon lange daheim eine Übungsstrecke, wo er für Rennen trainiert. Erst im Frühling nahm er beim Dark Fest in Südafrika teil (siehe Bild), Teil der Fest Series, wo die besten Fahrer zusammentreffen.

Als Selbstständiger stattet Kaudela Events mit Holzrampen aus und ist für den Streckenbau zuständig. Schon lange wollte er eine Mountainbikestrecke daheim bauen, doch es dauerte, bis ein Grundstück gefunden war. „Mein Wunsch war, dass man die Strecke frei nutzen kann“, so Kaudela. Sechsjährige fahren nun auf der Anlage genauso wie 65-Jährige.

Andere Hobbys sind kaum möglich, denn im Jahr fährt Kaudela bei etwa 30 Events mit, „aber im Oktober stelle ich mein Bike schon mal zwei Monate in den Keller“. Als Ausgleich im Winter spielt er Eishockey. Doch Biken bleibt sein Herzenssport: „Diese höhere Geschwindigkeit macht mir am meisten Spaß. Es ist extrem anspruchsvoll. Es gibt den Tag nicht, wo man nichts mehr lernen kann.“

In Zukunft nimmt sich Kaudela vor, den Sport weiter zu pushen. „Ich würde gerne so eine Fest Series nach Österreich holen. Ich will einfach die Szene motivieren! Das war ja auch der Grund, warum ich eine öffentliche Anlage bauen wollte.“