(Marsch-)Musik im Blut: Tolle Erfolge. Engelbert Jonas aus Gerolding ist seit 35 Jahren Stabführer. Seit 1983 hat er – mit einer Ausnahme – die Marschmusikbewertung immer mit Auszeichnung absolviert.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 29. September 2014 (00:04)
NOEN, Franz Gleiß
Engelbert Jonas in der Tracht des Musikvereins Gerolding.

Was Marschmusikbewertungen betrifft, ist Engelbert Jonas aus Gerolding (Bezirk Melk) definitiv ein Unikat. Seit 1979 ist der heute 65-Jährige Stabführer beim Musikverein Gerolding. Und hat in dieser Funktion mit dem Musikverein seit 1983 jedes Jahr an Marschmusikbewertungen teilgenommen – und die bis auf eine Ausnahme immer mit Auszeichnung bestanden.

„Und bei dem einen Mal war’s auch nur um einen halben Punkt daneben“, erzählt Jonas. Das fünfstufige Bewertungssystem bei Marschmusikbewertungen wurde 1983 eingeführt. „Im ersten Jahr sind wir in C angetreten, ab da immer in E“ – also in der schwierigsten Kategorie.

Jonas spielt Klarinette und Saxophon

Jonas hat eine große Entwicklung der Blasmusik miterlebt. Als er 1965 mit dem Musikspielen begann, war „Blasmusik nicht der große Hit“, erinnert er sich. „Die Qualität war nicht berauschend, es war eher musikalischer Lärm“, lacht er. Die Liebe zur Musik erwachte bei ihm schon früh.

„Eigentlich hätte ich Trompete lernen wollen. Louis Armstrong war das Idol. Mein Vater hat aber gesagt, das ist nix für dich, lern Klarinette – das wurde in der Kapelle gebraucht. Zwei Jahre später ist Saxophon dazugekommen.“

„Meine Gattin hat sehr viel Verständnis – ich bin schon verdammt viel fort!“
Engelbert Jonas begann 1965 mit dem Musikspielen

Sein Herz hat Engelbert Jonas trotz des großen Engagements für Blasmusik – er ist Bezirksobmann in Melk für den NÖ Blasmusikverein – aber auch an eine ganz andere Musikrichtung verloren: nämlich Swing & Jazz. „Das hat mich schon immer interessiert. Aber früher gab es am Land da nicht viel. Ich habe quasi im zweiten Bildungsweg Saxophon für Swing und Jazz gelernt.“ Seit rund 30 Jahren spielt er deswegen in der Big Band Pöchlarn. „Da geht’s nur um die Musik“, unabhängig von Beruf und Alter, erzählt Jonas.

Außerdem gibt es da noch das Bezirksbläserquartett. „Das ist was ganz was Edles“, ist der 65-Jährige begeistert. „Da spielen wir so schöne Stückerl, Klassik und auch Transkriptionen. Ich bin der Jüngste, der Älteste ist 88.“

Und: Jonas spielt auch für die „Kiwanis Community Band“ aus Kanada. „Deren Leiterin ist eine gebürtige Klein Pöchlarnerin, die nach Kanada ausgewandert ist. Wenn die Band in Europa unterwegs ist, begleite ich sie manchmal“ – denn nicht alle Stamm-Bandmitglieder haben immer die Zeit, einige Wochen durch Europa zu touren.

Wie sich die musikalischen Freizeitbeschäftigungen mit dem Familienleben vereinbaren lassen? „Meine Gattin hat sehr viel Verständnis – ich bin schon verdammt viel fort!“

„Die Landwirtschaft gibt es noch, wird aber auslaufen“

Im Brotberuf hat Jonas übrigens auf der eigenen Landwirtschaft gearbeitet. Außerdem war er bei der Sozialversicherung in Wien beschäftigt.

„Seit fünf Jahren bin ich in Pension. Die Landwirtschaft gibt es noch, wird aber auslaufen.“ Die beiden Kinder haben sich beruflich anders orientiert. Was die Musik betrifft, da kommen sie aber ganz nach dem Papa: Beide spielen in einer Kapelle.

Jonas selbst wurde die Liebe zur Blasmusik übrigens auch quasi schon mit in die Wiege gelegt: Auch sein Vater und sein Großvater haben in einer Kapelle gespielt.