Entspannung: Ziegenflüstern für die Seele. Evelyne Kriegner-Gehmair besitzt einen Hof in Hölles im Bezirk Wiener Neustadt-Land. Dort bietet sie für Tierliebende Ziegenyoga an.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 01. August 2017 (02:00)
Evelyne Kriegner-Gehmair
privat

In Hölles, Wiener Neustadt-Land, begrüßen Hunde, Katzen und Ente Gina die Besucher von Evis Ziegenfarm. Evelyne Kriegner-Gehmair war schon immer sehr tierliebend und nutzt ihre Böcke für einen besonderen Trend aus den USA: Ziegenyoga.

„Man kann sich eigene Ziegen aussuchen, manchmal wird man aber auch von den Ziegen ausgesucht“, sagt Kriegner-Gehmair. Was klingt wie ein Nutzviehmarkt, wird in Amerika schon länger praktiziert. Dort gehe es aber vor allem um den lustigen Charakter der Sportart. Da Kriegner-Gehmair eine Ausbildung für tiergestützte Therapie hat, wollte sie diesen Aspekt mehr in den Sport miteinbinden. Der Einsatz der Ziege soll sich positiv auf das Verhalten des Menschen auswirken. Beim Yoga selbst ist nicht nur Kriegner-Gehmair dabei, sondern auch eine Yogalehrerin. „Das Tier gibt dir unmittelbar direkt Feedback. Wurscht, ob du Putzfrau oder Generaldirektor bist. Es kommt auf die Ausstrahlung an“, so Kriegner-Gehmair.

Die 47-Jährige ist in St. Valentin, Bezirk Amstetten, aufgewachsen. Nach der Matura studierte sie Rechtswissenschaften in Linz. Nach dem Gerichtsjahr ging es nach Wien, wo sie in der Privatwirtschaft arbeitete.

2013 wurde die Familie von mehreren Schicksalsschlägen getroffen. Für Kriegner-Gehmair war es damals Zeit umzudenken. Mit ihrem Mann, den beiden Kindern und ihrer Mutter erfüllte sie sich den Traum vom eigenen Hof. „Die Tiere haben mich langsam aus dem Tief rausgeholt“, sagt die Tierliebende nun über die schwierige Zeit.

Neben zwanzig Wochenstunden, die Kriegner-Gehmair immer noch in der IT Branche tätig ist, steht der Hof im Mittelpunkt. Wachteleier und Ziegenmilch gibt es dort zu kaufen. Die Ziegen kann man außerdem nicht nur beim Yoga kennenlernen. Auch Kindergeburtstage und Spaziergänge mit den Tieren sind beliebt. „Für mich ist das Schönste, wenn jeder während dem Yoga auf sich selbst fokussiert ist und alle ein Lächeln auf den Lippen haben“, sagt die Hofbesitzerin mit Freude. „Ich will einfach zeigen, was mit der Arbeit mit dem Tier alles möglich ist!“