Erstellt am 11. Mai 2015, 05:20

von Anita Kiefer

Geht nicht gibt's nicht. Rainer Katzenbeisser aus Litschau hat sich früh dem (Kraft-)Sport verschrieben. Nach einem Bizepsabriss wurde er noch stärker und hob die Dinnie Stones in Schottland.

Rainer Katzenbeisser hebt die 187 bzw. 146 Kilo schweren Dinnie Stones in Schottland.  |  NOEN, Foto: zVg

Welche unglaublichen Kräfte der Mensch durch seinen Willen freisetzen kann, wissen wir spätestens seit den Shaolin-Mönchen. Jemand, den sein unbändiger Wille ebenso zu großer Kraft verholfen hat, ist Rainer Katzenbeisser aus Litschau (Bezirk Gmünd).

Der kraftsportbegeisterte Polizist und Familienvater (Katzenbeisser hat zwei Kinder) erlitt 2008 einen Bizepsabriss. Danach hat er im wahrsten Sinne des Wortes stärker weitergemacht als zuvor: Gleich zwei Mal, nämlich 2012 und 2013, hat er die berühmten Dinnie Stones in Schottland gehoben. Und das macht man definitiv nicht im Vorbeigehen: Einer der Steine wiegt nämlich 146 Kilogramm, der zweite 187.

„Herkules-Filme haben mich fasziniert"

Von Kraft und starken Männern war der Litschauer schon immer begeistert: „Schon als ich klein war, haben mich die Herkules-Filme fasziniert. Ich habe meinen Trainingsanzug dann mit Taschentüchern ausgestopft, damit ich auch diese Muskeln habe.“ Aber: „Die Optik war mir nie wichtig, mir war die Kraft wichtig.“

Bereits mit zwölf Jahren begann Katzenbeisser mit Kampfsport, nämlich Karate. Außerdem startete er im Lauf der Zeit Hanteltraining, Klimmzüge und Training am Boxsack. Mit Erfolg: Der Litschauer wurde etwa Wiener Landesmeister und Nationalmeister im Bankdrücken. 2008 kam dann – zumindest auf den ersten Blick – der herbe Rückschlag in Form eines Bizeps-Abrisses. „Da war die Sehne vom Knochen abgerissen, ich bin auch operiert worden.“

300 Kilo mit beiden Händen waren davor das Maximalgewicht, das Katzenbeisser heben konnte. „Der Doktor sagte, das geht nicht mehr. Ich dachte mir gut, dann mach’ ich eben 400 Kilo.“ Er sollte Recht behalten. Durch den Gips auf der einen Hand trainierte er eine Zeit lang vor allem nur mehr mit der gesunden Hand. Und kam dann durch Zufall auf die Dinnie Stones.

„Was ich alles schon gemacht habe,
habe ich mir nicht einmal erträumt“

Diese Steine – deren Anheben hat Katzenbeisser übrigens vor einem offiziellen Zeugen gemacht – sind nicht nur aufgrund ihres Gewichts so schwer zu heben. Sie werden an 16 Millimeter dicken Stahlringen gehoben, ein Stein vor dem Körper, einer dahinter. Katzenbeisser hat die Steine ohne Handschuhe und ohne Hilfsmittel – etwa die Steine zusätzlich an der Hand anzubinden – gehoben.

Mit seiner Stärke hat es der Polizist in der „Szene“, wenn man so will, mittlerweile zu großer Berühmtheit gebracht: Der Kraftsport-Historiker Thorsten Moser schreibt in seinem Buch „Steinheben“ über historische Steine in Schottland und Schweden – und über Katzenbeisser. Für das US- Hardcore Trainingszentrum MetroflexGym macht er Promotions, auch das amerikanische Kraftsport-Magazin Milo brachte bereits Artikel über Katzenbeissers Steineheben und seine Trainingsprogramme.

„Durch den Bizeps-Abriss habe ich mir selbst Motivation gegeben. Ich wollte zeigen, dass es nicht aus ist, wenn es jemand sagt. Und ich habe aus dem Schicksal etwas Besseres gemacht als vorher.“ Ob es noch weitere Ziele gibt, die er in seinem Sport erreichen will? Aktuell nicht. Denn: „Was ich alles schon gemacht habe, habe ich mir nicht einmal erträumt.“ Sein Maximalgewicht, das er mit beiden Händen einige Zentimeter hochheben kann, liegt aktuell übrigens bei 630 Kilogramm...


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