Elfriede Eigenthaler: Von Weiß bis Violett. Elfriede Eigenthaler aus Mank (Bezirk Melk) hat sich dem Sammeln von Paradeisersorten verschrieben. Von den fast 1.000 Sorten sind keinesfalls alle rot.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 18. August 2014 (05:01)
NOEN, Franz Gleiß
Elfriede Eigenthaler mit einer kleinen Auswahl ihrer Paradeisersorten. In der Hand hält sie auf unserem Foto die Sorten Green Saucage, Golden Sunrise, Red Pear, White Beauty, Costoluto Genovese, Ida Gold, Black Cherry, die Osttomate und das Maiglöckchen.

Paradeiser stehen im Hause Eigenthaler in Mank (Bezirk Melk) fast täglich auf dem Speiseplan. Elfriede Eigenthaler verarbeitet Paradeiser zu Suppen, Soßen, Salaten und sogar Marmeladen und süßen Nachspeisen. Mate rial genug hat sie dafür allemal: Die 66-jährige Pensionistin sammelt Paradeisersorten. Exakt 998 hat sie schon zusammengetragen.

Früchte werden bis zu eineinhalb Kilo schwer

Mit dem Sammeln hat Eigenthaler durch Zufall begonnen. Ihr Gatte Leopold stieß bei einem Rumänien-Urlaub auf Paradeiser, die so gar nicht nach Paradeiser schmeckten – und brachte diese Kunde mit nach Hause. In den vergangenen zehn Jahren hat Elfriede Eigenthaler dann ihre Sammlung aufgebaut. „Heuer im Winter sind fast 400 Sorten dazugekommen“, erzählt sie. Neue Sorten bekommt sie aus dem In- und Ausland.

Sieben bis acht Jahre halten die Paradeisersamen. Deswegen muss sie die Samen aus ihrer Sammlung, die sie übrigens in Säckchen abpackt und in Kisten verstaut lagert, alle paar Jahre wieder anpflanzen, um neuen Samen gewinnen zu können. „Von ganz klein in Ribiselgröße bis zu eineinhalb Kilo ist alles dabei“, sagt Eigenthaler über die Größe der Paradeiser.

In allen Größen und Farben

Die Paradeiser haben auch keinesfalls alle eine rote Farbe – die gibt es nämlich von Weiß bis Violett und sogar in fast Schwarz. Auch die Größe der Staude variiert extrem: „Die Mikro Tom. Rot wird etwa nur zehn Zentimeter hoch. Aber es gibt welche, die fünf bis sechs Meter hoch werden“, erzählt Eigenthaler.

Wie viele Paradeisersorten es weltweit gibt, daran scheiden sich die Geister. „Lange hieß es, dass es 8.000 Sorten gibt. Belegt sind 5.000“, sagt Eigenthaler. Sie selbst hat sich eigentlich das Ziel gesetzt, bei 1.000 Sorten aufzuhören. „Aber das werde ich nicht schaffen. Da kommt dann eine gewisse Sammlerwut durch“, lacht die 66-Jährige.

Radfahren ist zweite große Leidenschaft

Eigenthalers zweite große Leidenschaft ist das Radfahren. Mit Freundinnen hat die pensionierte Hauswirtschafts-Lehrerin bereits große Teile Europas erkundet. „Heuer sind wir zum zweiten Mal von Budapest ans Schwarze Meer gefahren“, erzählt sie. Während ihrer Abwesenheit übernimmt Gatte Leopold die Paradeiser-Pflege.

Auch der Freundes- und Familienkreis der Eigenthalers kommt übrigens in den Genuss der Sammelleidenschaft: „Statt Blumen bringen wir ein Schüsserl Paradeiser mit, wenn wir eingeladen sind“, erzählt Elfriede Eigenthaler. Rund 400 Paradeiserpflanzen hat sie heuer bereits verschenkt.