Häuser für Nützlinge. Konrad Lammerhuber aus St. Georgen am Steinfelde baut Nützlingshäuser. 100 solcher Behausungen hat er bereits geschaffen und großteils alle verschenkt.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 27. Oktober 2014 (05:41)
NOEN, Erich Marschik

Dass sich Wildwespen, Florfliegen, Marienkäfer oder Ohrwürmer wohl fühlen, dazu leistet Konrad Lammerhuber aus St. Georgen am Steinfelde einen wichtigen Beitrag: Er baut Nützlingshäuser, 100 davon hat er schon geschaffen. Für sein Engagement wurde er kürzlich sogar von der Initiative „Natur im Garten“ beglückwünscht.

Den ersten Plan für ein Nützlingshaus hat sich Lammerhuber vor mehr als zwölf Jahren selbst gezeichnet. 2002 hat Lammerhuber sein erstes Nützlingshaus gebaut. Ideen holte er sich aus verschiedenen Broschüren und Ausstellungen, etwa der Garten Tulln.

Die Nützlingshäuser werden vom St. Georgener großteils verschenkt oder für karitative Zwecke verkauft. „Ich habe allen, zu denen wir einen Bezug haben, eins geschenkt“, sagt der Pensionist. Sogar sein Internist oder die Handwerker, die bei der Renovierung des Hauses mitgearbeitet haben, haben eines bekommen.

Hartholz, Stroh, Hollunderstauden

Gefüllt werden die verschiedenen Kammern eines Nützlingshauses etwa mit Hartholz, Stroh, angemorschtem Holz, Ziegeln oder Röhrchen aus Hollunderstauden. In Holz und Ziegel bohrt Lammerhuber Löcher, sodass sich die Nützlinge einnisten können. „Die Löcher sollen aber hinten zu sein, damit sich die Insekten ausbreiten können“, erklärt der 72-Jährige.

Wichtig für Nützlingshäusl-Bauer ist auch der Standort: „Es sollte nach Süd/Südost ausgerichtet sein. Dann steht es nicht in der größten Mittagshitze, ist aber trotzdem trocken.“ Außerdem sollte ein Nützlingshaus dort stehen, wo Sträucher und Bäume sind. Der Sinn eines solchen Hauses ist es ja, dass sich Nützlinge ansiedeln und Schädlinge – etwa Blattläuse – fressen. Im März sollte ein neues Haus aufgestellt werden, da beginnen die Nützlinge, auszufliegen. „Im Winter passiert den Insekten nichts“, sagt Lammerhuber. Nur das eigene Kisterl für Florfliegen muss im Winter ins Haus geholt werden.

Puppenhäuser und Kinderwägen

Neben den Nützlingshäusern bastelt Lammerhuber übrigens gern an einer Reihe weiterer Dinge aus Holz – etwa Kaufmannsläden, Puppenhäuser oder Kinderwägen. Auch Krippen hat der gelernte Universalhärter und pensionierte Sozialarbeiter bereits gezaubert. „Mein Vater war Zimmermann, von da hab’ ich das Handwerk ein bisschen gelernt“, erklärt er seinen Bezug zum Holz. „Wir haben früher gemeinsam Fußböden gelegt und auch einen Dachstuhl miteinander gemacht.“ Er schmunzelt: „Ich geh’ in kein Wirtshaus, rauche nicht, aber ich kauf’ halt Werkzeug.“

Wenn er sich nicht gerade in der eigenen Werkstatt im Keller aufhält, liest der 72-Jährige gerne, „hauptsächlich Geschichtliches“. Ganz oben auf seiner Aktivitätenliste stehen außerdem Sudokus und Wandern mit seiner Gattin. Lammerhuber lacht: „Ich bin gerne in der Natur, soweit Zeit ist. Wir sagen immer, wenn wir mal in der Pension sind, wird es besser.“