Wettbewerb auf afrikanischen Äckern. Der Ernsthofner Hannes Heigl ist bei der Weltmeisterschaft im Pflügen angetreten. Der 23-Jährige erreichte dabei in Kenia den 14. Platz.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 23. Januar 2018 (01:53)
privat
Schweres Gerät: Hannes Heigls Traktor musste für die Leistungspflüger-WM nach Afrika verschifft und dort wieder zusammengebaut werden.

Für 40 Hektar Acker ist Hannes Heigl in Ernsthofen, Bezirk Amstetten, auf dem Hof daheim verantwortlich. Dennoch findet er Zeit, aus dem Pflügen einen Sport zu machen. Der Mostviertler ist daher in Kenia bei der Weltmeisterschaft im Leistungspflügen angetreten und erreichte den 14. Platz.

Der Weg dorthin war alles andere als leicht. „Der Boden war komplett anders als bei uns. Zu Beginn der Reise regnete es noch, aber die letzten Tage hat es getrocknet und der Boden wurde immer härter“, erklärt Heigl die Schwierigkeiten in Kenia. Die Vorbereitungen haben viel Energie und Zeit in Anspruch genommen. Schon Wochen vor dem Bewerb war Heigl mit seinem Trainer angereist, der Traktor musste gar schon im September, also fast drei Monate zuvor, nach Afrika mit dem Schiff gebracht werden.

Heigl ist in Ernsthofen aufgewachsen. Nach der Hauptschule schloss er die Fachschule in Gießhübl als Facharbeiter ab, mittlerweile ist er landwirtschaftlicher Meister. Zum Leistungspflügen kam der Mostviertler über die Familie. Sein Vater und seine Cousine etwa pflügten schon vor ihm im Bewerb. „Ich habe es dann auch probiert, und es hat mir taugt!“

2015 machte Heigl schon WM-Erfahrung in Dänemark, mit dabei der Fanclub der Landjugend, der ihn auch in Kenia nicht allein ließ: „Da freut man sich, weil man schon weit weg von daheim ist, dass man Unterstützung hat!“

Auch Zeit, sich das Land anzusehen, hatte Heigl. „Der Verkehr ist ein Wahnsinn“, ist er über den Fahrstil schockiert. „Die Leute sind recht freundlich und offen und wollten viel wissen.“

Momentan ist Heigl dabei, den Sponsoren Danke zu sagen. „Das ist ja auch nicht selbstverständlich“, sagt Heigl über die Unterstützung. Der nächste Bundesentscheid im Leistungspflügen findet im August statt. „Ich wollte damals schon in Dänemark aufhören, weil es so viel Aufwand ist, aber der Reiz wäre wieder da“, sagt Heigl und klingt dabei noch gar nicht nach Karriereende.

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