Wassermelonenmann mit Ideen fürs Feld. Der Untersiebenbrunner Hannes Windhaber baut Wassermelonen im Marchfeld an.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 22. August 2017 (02:58)
privat
Hannes Windhaber 

Liebhaber der Wassermelone müssen zumeist in Österreich einen langen Anreiseweg des Kürbisgewächses in Kauf nehmen. Dass der Trend aber im Moment in Richtung Bio-Lebensmittel und regionale Produkte geht, hat Hannes Windhaber erkannt. Der 21-Jährige aus Untersiebenbrunn, Bezirk Gänserndorf, baut Wassermelonen im Marchfeld an und ist dabei auf Bio umzustellen.

„Ich wollte irgendwas ausprobieren. Eigentlich war es nach der Schule meine Hauptidee, Marillenbäume zu setzen“, so der Landwirt. Das habe er immer noch vor. Mittlerweile werden die Melonen seit über zwei Wochen geerntet. Das Feedback ist laut Windhaber gut. Das Obst sei um einiges besser als im Supermarkt, hört er von Kunden: „Ihnen gefällt es, dass sie (Anm.: die Wassermelonen) regional sind und nicht schon Tausende Kilometer hinter sich haben.“

"Das mit den Wassermelonen mache ich jetzt, weil es mir extrem Spaß macht"

Nachdem Windhaber die landwirtschaftliche Fachschule in Obersiebenbrunn abgeschlossen hatte, bekam er mit 20 Hektar einen Teil des Betriebes seines Vaters. „Ich arbeite die meiste Zeit bei ihm mit. Wir helfen uns da gegenseitig.“ Im Moment befindet sich Windhaber mit seinen Melonen in der Umstellungsphase zur Bio-Landwirtschaft. Er möchte gerne weiterhin exotischere Sachen anbauen. „Das mit den Wassermelonen mache ich jetzt, weil es mir extrem Spaß macht“, sagt Windhaber.

Es sei genug Extraarbeit und passe auch zeitlich gut in den landwirtschaftlichen Jahresablauf. „Denn im September ist dann bei uns Erdapfelzeit und wir dreschen Kukuruz.“

Regelmäßige Hobbys sind bei dem Arbeitspensum rar für Landwirte, „richtig Zeit habe ich nur im Winter“, so Windhaber. Dann geht’s für ihn ins Fitnessstudio oder zum Fußballspielen mit Freunden.

Dass die Jobs in der Landwirtschaft keine einfachen sind, weiß Windhaber gut. Der Hagel habe ihm vor ein paar Wochen schon einiges an Melonen zerstört: „Aber dafür, dass ich das das erste Mal gemacht habe, bin ich zufrieden, aber sicher ist da noch Potenzial.“

Von seinem Vater wird er irgendwann auch die restlichen Hektar übernehmen. Ideen fehlen ihm da nicht dafür. „Ich will es mir und den Leuten beweisen, dass ich das drauf hab’ und dass es auch geht, andere Kulturen im Marchfeld anzubauen!“