Mit viel harter Arbeit in rosigere Zeiten

Herwig Tretter leitet seit 2004 eine der größten Rosenfarmen in Tansania.

Erstellt am 22. November 2016 | 04:57
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Herwig Tretter
Herwig Tretter ist Chef einer Rosenfarm in Tansania. Er beliefert auch Supermärkte in Österreich.
Foto: Mount Meru Flowers

Rosen bedeuten für den einen Romantik. Für den anderen sind sie ein Geschäft. Herwig Tretter ist Geschäftsführer mehrerer Rosenfarmen in Tansania. Er schätzt die schönen Seiten des Jobs und arbeitet sich durch die dornigen.

„Ich wollte an etwas arbeiten, wo man mit relativ wenig Geld und mit viel Arbeit, was erreichen kann“, so der 60-Jährige. Er dachte schon während seines Studiums der Landwirtschaft an der Uni der Bodenkultur, dass Entwicklungshilfe in Form von Geld wenig effizient sei: „Das Beste ist, dort funktionierende Firmen aufzubauen.“

Schwierig, gute Leute zu finden

Die Rosen der Farm, ein Sanierungsprojekt einer Bank, hatte damals Rosen an die Blumenauktion in Holland verkauft, als Tretter sie 2004 übernommen hat. Die Konkurrenz war dort aber zu stark. Tretter suchte einen anderen Markt. So begann man, Supermärkte in Österreich zu beliefern. Als alle drei Nachbarfarmen konkursreif waren, übernahm sie Tretter. Inzwischen habe man sich am internationalen Markt gut etabliert. Probleme gibt es aber genug. „Es ist extrem schwierig, gute Leute zu finden. Einerseits, was die Ausbildung betrifft, aber auch, was die Loyalität zum Unternehmen betrifft“, so Tretter.

Der gebürtige Wiener hat, seit er Vorstandsmitglied der Firma Umdasch in Amstetten war, einen Wohnsitz in Gablitz. Immer wieder ist Tretter in Österreich. Die Reise verbindet er dann damit, Marktkontakte in Europa zu treffen. Auch seine erwachsenen Kinder besucht er. Sonst lebt er mit seiner zweiten Frau und dem vierjährigen Nachzügler in Tansania.

Für die Zukunft hat Tretter große Wünsche: „Meine Traumvorstellung wäre, dass ich das Unternehmen schuldenfrei mache und den Angestellten vermitteln kann, dass sich auch ein Einsatz fürs Unternehmen langfristig für sie lohnt, weil sie mit dem Unternehmenserfolg dann auch langfristig ein gutes Einkommen haben werden.“

Umfrage beendet

  • Wer ist Dein Niederösterreicher des Monats Oktober?