Zellenforscher aus Groß Gerungs in Israel

Jonathan Bayerl aus Groß Gerungs macht sein Doktoratsstudium in Israel am renommierten Weizmann Institut, wo er an Stammzellen forscht.

Teresa Sturm Erstellt am 07. November 2017 | 02:15
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Jonathan Bayerl
Foto: Weizmann Institut

Etwa 2.600 Forscher sowie Studenten arbeiten am Campus des Weizmann Instituts 20 Kilometer entfernt von Tel Aviv, Israel. Jonathan Bayerl aus Groß Gerungs, Bezirk Zwettl, ist einer von ihnen.

„Je länger ich hier bin, desto eher gefällt es mir hier. Es ist eine komplett andere Lebensart, eine andere Sprache, eine andere Religion, aber alle hier sind sehr hilfsbereit und offen“, sagt der 28-Jährige.

Nach der Matura absolvierte Bayerl seinen Bachelor in Biomedical Engineering am FH Technikum Wien und den Master an der Veterinärmedizinischen Uni. Sein Masterarbeitsthema war im Stammzellenforschungsbereich, so kam er auf Jacob Hanna. Nach einer Bewerbung bekam er eine Stelle in dessen Forschungsteam. Viel Zeit für Heimatbesuche bleibt da nicht. Bei acht Geschwistern wird Bayerl aber zumindest regelmäßig besucht.

In Israel lebt er in einer WG mit zwei indischen Studenten, die mittlerweile Freunde sind. Neben regelmäßigem Training beginnt er nun auch einen Surfkurs. Die meiste Zeit wird aber geforscht.

Bei Bayerl geht es da um die Forschung an humanen pluripotenten embryonalen Stammzellen. „Diese Zellen sind die Bausteine des menschlichen Körpers, und die findet man im sich entwickelnden menschlichen Embryo“, so der Student. Diese haben die Fähigkeit, sich in jede Art von Körperzelle zu generieren und lassen sich züchten. „Wir untersuchen unterschiedliche Kulturbedingungen, um diese Zellen in unterschiedlichen Stadien zu kultivieren, um dadurch Einsicht in die frühe Embryonalentwicklung zu erhalten. Infolgedessen können wir das grundsätzliche Verständnis erweitern“, sagt Bayerl. So könne man sich der großen Hoffnung, humanes Gewebe für regenerative Medizin zu züchten, annähern. In der Stammzellenforschung können außerdem Tiermodelle dem Menschen ähnlicher gemacht werden. „So können wir humane Embryonalentwicklung sowie das Entstehen von Krankheiten besser verstehen“, erklärt Bayerl.

Etwa drei Jahre bleibt er noch in Israel. Für danach steht der Plan: „Mein Traum ist es, in den USA zu forschen!“ Die Institute dort hätten einen guten Ruf und bekämen viel Förderung. „Infrastruktur und Equipment sind dort top!“

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