Lebende Sammlung. Pflanzenwelt / Karl Gundacker aus Melk sammelt Gehölzer. In seinem Arboretum hat er auf 4,5 Hektar Fläche rund 2.500 Arten und Sorten zusammengetragen.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 19. Mai 2014 (00:00)
NOEN, Presse&Foto FRANZ GLEISS
Karl Gundacker

40 Jahre ist es her, dass Karl Gundacker aus Melk seine ersten (Mammut-!)Bäume auf zwei Äckern seines Vaters gepflanzt hat. Die Mammutbäume sind heute mehrere Meter hoch und haben einiges an Gesellschaft bekommen: Auf insgesamt 4,5 Hektar hat der 66-Jährige rund 2.500 verschiedene Arten und Sorten von Bäumen und Pflanzen aus der ganzen Welt gepflanzt.

„Interesse für Grünzeug ist gewachsen“ 

Dabei hatte Gundacker bis zu den Anfängen seines Arboretums kaum Bezug zu Pflanzen. „Vor mehr als vierzig Jahren habe ich Douglasien gesehen, die waren damals sehr selten. Die haben mich fasziniert“, erinnert er sich. „Das Interesse für Grünzeug ist dann sprunghaft gewachsen.“ Mittlerweile tummeln sich sogar bedrohte Arten im Garten von Karl Gund acker, etwa die Nebroden-Tanne und die Apachen-Kiefer. Warum hier Gehölzer wachsen, die aus fernen Ländern stammen? „Das Grundstück ist klimatisch sehr begünstigt“, erzählt Gundacker. Es liegt an einem Nordhang, durch die Wachau gibt es einen pannonischen Einfluss und durch das Wasserkraftwerk ist die Luftfeuchtigkeit hier höher. „Und ich habe die Erfahrung, um zu wissen, was man holen kann und was nicht gedeihen würde.“

Sein Wissen über Pflanzen hat er sich im Selbststudium angeeignet. „Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht etwas nachschlage“, erzählt er. Auch alle Reisen von ihm und Gattin Sigrid sind auf seine Pflanzenleidenschaft ausgerichtet. Er hat Glück, dass seine Gattin seine Leidenschaft teilt, wie er sagt: „Bis zu einem gewissen Grad“, schmunzelt er. „Aber ab und an fahren wir auch zu einem Heurigen oder gehen ins Theater.“

Bisons und Kaffernbüffel

Auf der Anlage des 66-Jährigen fühlen sich aber nicht nur Pflanzen wohl: Gundacker hält hier seit etwa 24 Jahren auch Bisons und Kaffernbüffel, eine afrikanische Büffelart. Zehn seiner Büffel wurden im Rahmen eines Auswilderungsprojekts bereits nach Afrika gebracht.

Beruflich war Gundacker bis zu seiner Pensionierung vor drei Jahren als Fleischhauer im eigenen Betrieb in Melk tätig. „Es war oft so, dass mir mitten unter den Würsten was eingefallen ist. Da hab ich mir die Schürze runtergerissen und bin nachschauen gerannt“, lacht er. Aus wirtschaftlichen Gründen beschloss er, die Fleischhauerei zu schließen, obwohl der Sohn ebenfalls Fleischhauer gelernt hat. Damit hat Gundacker seine beiden Leidenschaften auf seine Kinder quasi aufgeteilt: Tochter Gisela studierte an der Universität für Bodenkultur und schrieb ihre Diplomarbeit über den Schaugarten. Gundacker ist zuversichtlich: „Es schaut gut aus, dass sie es weiterführt.“