Erstellt am 14. Juli 2014, 02:01

von Anita Kiefer

Alois M. Holzer: Der Wetterfrosch. Alois M. Holzer aus Krumbach (Bezirk Wiener Neustadt-Land) ist Ö3-Wettermann. Seit seinem zehnten Lebensjahr führt er Aufzeichnungen über das Wetter.

Ö3-Meteorologe Alois M. Holzer aus Krumbach. Fotos: Christian Pehsl; Günther Tutschek, Ö3  |  NOEN, Christian Pehsl; Günther Tutschek, Ö3

Im Alter von acht Jahren wurde bei Alois M. Holzer der Grundstein für all das gelegt, was bei dem 38-Jährigen heute Beruf und Berufung ist: Der Krumbacher (Bezirk Wiener Neustadt-Land) bekam damals von seinen Eltern ein Buch über Wirbelstürme geschenkt.

„Während meine Schulkollegen in diesem Alter damals mit der Höchstgeschwindigkeit von Formel-1-Autos angegeben haben, hab‘ ich dagegen gehalten, dass Tornados sogar noch höhere Windgeschwindigkeiten bringen können – über 400 km/h!“

Heute ist Holzer Meteorologe bei Ö3. Und informiert die Österreicher täglich darüber, wie sich das Wetter in den nächsten Stunden und Tagen entwickelen wird.

Das Wetter wird „nie langweilig“

Das Faszinierende am Wetter? „Dass es nie langweilig wird … Naja, einmal abgesehen von drei Wochen ununterbrochen Hochnebel im Winter. Das mag ich auch nicht“, lacht der 38-Jährige. Besonders reizen ihn die oft extremen Schwankungen, die das Wetter so mit sich bringt. „Im Alter von 10 Jahren hab ich begonnen, dreimal täglich ganz genau das Wetter aufzuzeichnen und eine eigene Wetterstation zu bauen“, erinnert sich Holzer.

Der Krumbacher ist allerdings nicht „nur“ der Wettermann auf Ö3. Er beschäftigt sich auch intensiv mit Forschung. Gerade diese Vielseitigkeit im Job schätzt er besonders. Bei Ö3 hat er die Möglichkeit, „die mit den Kollegen erarbeiteten Prognosen direkt an die Hörer weiterzugeben. Beim Radio hat man die geniale Chance, sofort auf Sendung zu gehen, wenn sich etwas Gefährliches entwickelt.“

Hagelsicheres Auto für Gewittereinsätze

Was die Forschung betrifft, so hat Holzer auch bereits einige Publikationen veröffentlicht. Einige davon drehen sich um Tornados. Zum Glück seien Tornados in Österreich sehr selten, so der Meteorologe. „Aber dort, wo sie zuschlagen, sind sie extrem gefährlich, die tödlichsten Stürme überhaupt.“

Bundesweit gibt es im Jahresdurchschnitt zwischen null und zehn Tornados, erzählt Holzer. Statistisch gesehen sei „ein gefährlicher Tornado in Niederösterreich fast schon überfällig.“

Für Gewitter-Einsätze hat der „Wetterfrosch“, wie er augenzwinkernd in Krumbach oft genannt wird, sogar ein (einigermaßen) hagelsicheres Auto gebaut: Ein Gitter auf dem Dach eines Geländewagens soll die Insassen vor großen Hagelbrocken schützen. „In Niederösterreich hat es immerhin schon Hagelschlossen bis zwölf Zentimeter Durchmesser gegeben, und nachdem ich öfter in der Nähe von Hagelunwettern bin, möchte ich da kein unnötiges Risiko eingehen.“

„Was aber sehr gut anhand der vielen Messreihen zu sehen ist: Es wurde in den vergangenen 30 Jahren um ein Grad wärmer.“
Alois Holzer über Klimaveränderungen in NÖ

Was Holzer bedauert, ist die oft unseriöse Beantwortung der Frage, wie sich das Wetter in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Kurzfristige Schwankungen würden da schnell zu Klimatrends. „Was aber sehr gut anhand der vielen Messreihen zu sehen ist: Es wurde in den vergangenen 30 Jahren um ein Grad wärmer. Während in den 1970er Jahren die Mitteltemperatur bei uns noch bei zehn Grad gelegen ist, beträgt sie in den 2000ern nun 11 Grad.“

Privat ist Holzer auch mit Dingen beschäftigt, die wenig mit dem Wetter zu tun haben. Dann ist er bei seiner Frau und den vier Kindern. Oder er ist mit „Gärtner spielen im eigenen Garten“ beschäftigt. „Heuer probiere ich aus, ob ich die Gemüsepaprika von Arche Noah bei mir zu einer guten Ernte bringen kann. Oder singen: Ich freue mich schon sehr auf meinen Jodelkurs am nächsten Wochenende.“