Mit Liebe zum Wein um die Welt reisen. Lorenz Haas-Allram aus dem Kamptal hat in London die „White Wine Trophy“ gewonnen.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 21. August 2018 (01:56)
Julius Hirtzberger
Lorenz Haas-Allram

„Ich habe scherzhaft zu meinem Vater gesagt, dass man doch am Höhepunkt der Karriere aufhört“, witzelte Lorenz Haas-Allram über eine verfrühte Pension, als er von seiner Auszeichnung erfahren hat. In diesem Jahr wurden bei der International Wine Challenge (IWC) mehr als 14.000 Weine aus 55 Ländern eingereicht. Lorenz Haas-Allram gewann dort als erster Österreicher überhaupt die „White Wine Trophy“.

Der 28-Jährige ist in Straß im Straßertale, Bezirk Krems-Land, aufgewachsen und ist im Familienbetrieb seit drei Jahren für die Weine zuständig. Den Einstieg ins Familiengeschäft habe er sich schwieriger vorgestellt, als er war. „Das habe ich meinen Eltern zu verdanken, die lassen mir jeden Freiraum“, sagt er und freut sich über das Vertrauen.

Haas-Allram wollte nach dem Gymnasium Profifußballer werden. „Ich habe mich dann am Fuß verletzt und mich überreden lassen, auf die Vinohak (Anm.: Wein- & Obstbauschule) zu gehen. Dort ist die Liebe für Wein immer mehr geworden.“

"Das war ein ganz toller Abend"

An der IMC FH Krems hat er dann das Studium „Exportorientiertes Management“ abgeschlossen. Haas-Allram sammelte bei Praktika in Südafrika, Neuseeland, Frankreich und Deutschland weiter Erfahrungen und absolvierte einen Finanzwirtschafts-Master in Madrid. Sein Wissen kann er nun einbringen, da er auch für Export zuständig ist: „Die Reisetätigkeit hat mir schon immer gefallen.“

Zur Preisverleihung wäre der Winzer jedoch fast nicht nach London gereist. Erst als er nach Absage einen Anruf der IWC bekam, entschied er sich um: „Das war ein ganz toller Abend!“ Via Social Media hat er auch seine Familie daran teilhaben lassen.

Momentan versucht er sich auch an härteren Getränken und hat mit einem Freund gemeinsam den „Wildstueck Gin“ kreiert. Sonst liegt die Konzentration voll bei den Weinen: „Meine Schwester ist mit ihrem Studium fertig. Mein Ziel ist, dass ich für sie eine Rolle im Betrieb finde, in der sie sich verwirklichen kann!“

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