Aus Wolle wurden Bücher. Michaela Lingfeld-Hertner aus Theresienfeld, im Bezirk Wiener Neustadt-Land, häkelt. In Büchern beschreibt sie, wie man’s nachmachen kann.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 26. September 2017 (02:21)
privat
Michaela Lingfeld-Hertner
 

Aus dem Faden eine Schlinge machen und wie zu einem Knoten legen, aber den Faden nicht ganz durchziehen. So haben zig Generationen das Häkeln in der Schule gelernt. Auch Michaela Lingfeld-Hertner hat schon in ihrer Teenagerzeit gehäkelt. Mittlerweile hat sie zu diesem Thema ihr fünftes Buch herausgebracht, voll mit Anleitungen und Tipps zum Selbermachen.

Begonnen hat die Karriere der 38-Jährigen, die mit ihrer Familie in Theresienfeld, im Bezirk Wiener Neustadt-Land, lebt, durch die Neugier von anderen Müttern. „Als ich meinen Sohn in den Kindergarten gebracht habe, wurde ich immer wieder gefragt, wie ich das gemacht habe“, erzählt Lingfeld-Hertner. Da die anderen ihre Anleitungen so viel besser verstanden hätten als die aus Magazinen, wurde sie ermutigt, Bücher zu schreiben. Zuerst habe sie diese als E-Books bei Amazon hochgeladen und bald wurde ein Verlag aufmerksam.

Lingfeld-Hertner hat eigentlich nach der Matura Ernährungswissenschaften studiert. Jahrelang arbeitete sie für Pharmafirmen im Außendienst. „Als ich dann meinen Sohn bekommen habe, hatte ich auch wieder mehr Zeit zum Häkeln“, so Lingfeld-Hertner.

„Das Schönste am Häkeln ist die Wolle und das angenehme Material anzugreifen und zuzusehen, wie etwas entsteht." Michaela Lingfeld-Hertner

Verwandte und Freunde muss Lingfeld-Hertner nicht mit selbst gemachten Kleidungsstücken versorgen: „Die habe ich eher angesteckt. Die wollen alle selber häkeln.“ Und das versteht niemand besser als die Industrieviertlerin selbst: „Das Schönste am Häkeln ist die Wolle und das angenehme Material anzugreifen und zuzusehen, wie etwas entsteht. Oft probiere ich und weiß vorher noch gar nicht, was passiert.“

Das gilt nicht nur fürs Häkeln. Was Lingfeld-Hertner auch probiert hat, ist ihr Facebookauftritt. Mehr als 18.000 Fans geben ihr Recht: „Das Handwerkliche, Wohlfühlen und Gemütlichkeit sind schon sehr im Kommen, im Gegensatz zu der schnelllebigen Zeit.“

Neben weiteren Büchern, schwebt Lingfeld-Hertner ein Woll-Label vor: „Ich würde gerne eigene Wolle anbieten. Ich kann mir auch vorstellen, meine Anleitungen ins Englische zu übersetzen.“ Vielleicht sei Zeit dafür, sobald der siebenjährige Sohn Teenager ist: „Wenn ich mehr Zeit habe, werde ich das als Projekt angehen!“