Geschichte: "Bilder sind mehr als Illustration“. Die gebürtige Amstettnerin Michaela Pfundner ist Leiterin der Abteilung Bilddokumentation der österreichischen Nationalbibliothek und hat die Ausstellung zum 650-Jahr-Jubiläum kuratiert.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 27. Februar 2018 (01:13)
Michaela Pfundner
Teresa Sturm

In der ehemaligen kaiserlichen Hofbibliothek, dem Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek, findet im Moment die Ausstellung „Schatzkammer des Wissens“ statt. Zum 650-Jahr-Jubiläum der größten Bibliothek des Landes wurde diese von Michaela Pfundner, der Leiterin der Abteilung Bilddokumentation der österreichischen Nationalbibliothek, kuratiert.

Dort werden bis 2019 Objekte aus allen Sammlungen gezeigt, und zwar im Kontext, wie sie erworben worden sind. „Ich glaube, wenn man aus einer Ausstellung rausgeht, soll man gescheiter sein als vorher“, sagt die gebürtige Amstettnerin.

"Man glaubt, ein Foto ist Realität"

Pfundner wurde 1965 in Amstetten geboren und studierte nach der Matura Germanistik und Geschichte. Durch Zufall entdeckte sie, dass es auch im Klinikum Mauer-Öhling Euthanasie während des Nationalsozialismus gegeben hat und diplomierte zu dem Thema. Zehn Jahre arbeitete sie am Institut für Zeitgeschichte und betreute das Fotoarchiv dort. Danach hat sie ihre Arbeit in der Nationalbibliothek aufgenommen.

Im Zuge ihrer Tätigkeit verwirklichte Pfundner, die mit ihrer Familie in Wien wohnt, ein Buchprojekt. In „Kinder, wie die Zeit vergeht“ wird mit Fotografien ein Jahrhundert Alltagsleben von österreichischen Kindern abgebildet. Faszinierend sei an ihrer Arbeit, dass man, wenn man ein Foto anschaut, oft gar nicht beurteilen könne, ob Bildunterschrift und Datierung stimmen.

„Man glaubt, ein Foto ist Realität. Aber man lernt, herauszufinden, ob die Datierung stimmen kann“, erklärt Pfundner. Dies könne sie an der Mode, den Autos oder auch an Bäumen sehen. „Bilder sind mehr als Illustration.“

Vor allem die Ausstellung zum Thema „150 Jahre Ringstraße“ begeisterte Pfundner: „Da habe ich aktiv gesagt, das möchte ich machen. Das war mir ein Anliegen!“ Zur Recherche hat sie jedes Gebäude an der Ringstraße betreten, obwohl sie manchmal hinaus komplementiert wurde, aber: „Wenn eine Tür offen ist, dann geh’ ich rein!“

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