Musik kennt kein Alter. Aktiv mit 91 / Anton Schwarzenbacher aus Hohenberg und Franz Sterkl aus Bischofstetten sind beide Jahrgang 1923. Und sind damit die beiden ältesten aktiven Musiker in Niederösterreich.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 18. Mai 2015 (06:00)
NOEN, Anita Kiefer
Anton Schwarzenbacher (Bild) und Franz Sterkl sind mit 91 noch aktive Musikvereinsmitglieder in Hohenberg bzw. Bischofstetten.
Musik ist ihre große Leidenschaft. Und die leben sie in ihren Musikvereinen auch aus – und zwar schon sehr lange. Die Rede ist von Anton Schwarzenbacher aus Hohenberg (Bezirk Lilienfeld) und Franz Sterkl aus Bischofstetten (Bezirk Melk). Die Herren sind beide Jahrgang 1923 – und damit die ältesten noch aktiven Musiker Niederösterreichs.

NOEN, Erich Marschik
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Anton Schwarzenbacher ist seit 54 Jahren Mitglied des Musikvereins Hohenberg. Er war zwar schon als Kind Trommelführer, beim Musikverein ist er aber ein Spätberufener – erst 1961 trat der gelernte Feilenschmied dem Musikverein Hohenberg bei, hat mit der kleinen Trommel angefangen und ist später auf die große Trommel umgestiegen.

"Freitag ist Musiprob, da wird gar nicht drüber geredet“

Er schätzt besonders die „Unterhaltung, Kollegialität und das gemütliche Beisammensein“ im Verein. Und zu Letzterem trägt er auch selbst sehr viel bei: Er bindet die Mascherl der Vereinstracht für die jungen Männer im Verein, außerdem verabschiedet er sich bei jeder Musikprobe auf Esperanto.

Ans Aufhören hat der 91-Jährige schon öfter gedacht. „Aber dann geht mir die Musik ab. Freitag ist Musiprob, da wird gar nicht drüber geredet“, sagt der Hohenberger. Und von den Proben lässt Schwarzenbacher auch kaum eine aus. Auch bei den Ausrückungen ist Schwarzenbacher nach wie vor eifrig dabei: Das letzte große Konzert, bei dem er mitgespielt hat, war übrigens das Frühjahrskonzert seines Musikvereins am 9. Mai.

Zu seinen Hobbys zählten neben der Musik lange Radfahren und Bergsteigen. Anderen Vereinen gehört der im November 1923 Geborene nicht an. „Man kann nicht mit einem A ... auf neun Kirtagen sein“, lacht er.

Nur ein paar Monate älter als Schwarzenbacher ist Franz Sterkl vom Musikverein Bischofstetten. Sterkl kam im Juli 1923 zur Welt. Musik hat ihn zwar schon von klein auf interessiert, erst im Krieg hatte er aber Gelegenheit, aktiv Musik zu spielen – in der Gefangenschaft.

Sterkl: "Es gibt nichts Schöneres"

„Da bin ich zum Musikspielen gekommen. In der Gefangenschaft war ein Kapellmeister aus Bayern dabei – der hat mir das Spielen gezeigt.“ Nach dem Krieg trat Sterkl dem Musikverein Bischofstetten bei. Sterkl spielt seit jeher Trompete. „Es gibt nichts Schöneres“, so der 91-Jährige. Auch seinen Kindern hat er die Leidenschaft für die Musik weitervererbt: Alle drei Töchter waren Marketenderinnen, der Sohn spielte lange Flügelhorn.

In den letzten Monaten hat Sterkl  – nicht zuletzt aufgrund eines mehrwöchigen Krankenhausaufenthalts – nicht mehr so häufig gespielt. Am 14. Juni spielt der Musikverein Bischofstetten bei der NÖ Landesausstellung – da will auch der ehemalige Gastwirt wieder mit von der Partie sein.

Sterkl hat übrigens nicht nur eine große Leidenschaft für den Musikverein, er ist auch schon 60 Jahre lang bei der Freiwilligen Feuerwehr und fast 50 Jahre lang bei den Jagdhornbläsern Schallaburg. Außerdem hat Sterkl seit 55 Jahren den Jagdschein.