Gemeinsam 15.000 Kilometer erwandert. Wandern war der Beginn der Freundschaft zwischen Rudolf Gruber und Wolfgang Zimprich. Mittlerweile haben sie 10.000 bzw. 5.000 IVV-Kilometer absolviert.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 22. September 2014 (10:24)
NOEN, Foto: Franz Gleiß
Wolfgang Zimprich und Rudolf Gruber sind meist im Freizeitoutfit mit Trekkingschuhen, aber ohne Rucksack oder Wanderstöcke unterwegs. Beide wandern fast ausschließlich auf IVV-Wanderungen, die in eigenen Wertungsbüchern registriert werden.
Das Wandern ist seit mehr als 30 Jahren fixer Bestandteil im Leben von Rudolf Gruber aus Wieselburg und Wolfgang Zimprich aus Oberndorf an der Melk (beide Bezirk Scheibbs). Die beiden absolvieren fast ausschließlich Wanderungen des Internationalen Volkssportverbandes (IVV). Bisher haben sie bereits 10.000 bzw. 5.000 belegte IVV-Wanderkilometer hinter sich gebracht.

Gruber: „Wir wurden oft belächelt"

Wolfgang Zimprich kam vor 30 Jahren durch eine zufällige Begegnung im Wieselburger Freibad mit Rudolf Gruber zum Wandern. „Rudi hat mich damals gefragt, ob ich zum Wandern mitkommen möchte“, erinnert sich Zimprich. Gruber war damals schon ein alter Hase im IVV-Wandern: Er startete bereits 1973 gemeinsam mit seinem Vater. „Wir sind wegen dem Wandern ja lange belächelt worden“, erinnert sich Rudolf Gruber an die Anfänge. „Mit 25, 30 haben damals alle Trendsportarten gemacht, und wir waren die biederen Wanderer“, erzählt Zimprich lachend.

Das System hinter dem IVV-Wandern ist bei allen Veranstaltungen im Wesentlichen gleich. Die Teilnehmer erwerben eine Teilnehmerkarte. Meist gibt es bei einer Wanderung eine kurze, eine mittlere und eine lange Strecke – je nach gewählter Route werden fünf bis 20 Kilometer absolviert. Entlang der Strecke gibt es Kontrollpunkte, die passiert werden müssen. Dort holt sich jeder Teilnehmer einen Stempel. Zurück im Ziel werden die Wanderung und die absolvierten Kilometer in das persönliche Wertungsbuch eingetragen.

Bis zu 30 IVV-Wanderungen pro Jahr

Gruber und Zimprich absolvieren bis zu 30 IVV-Wanderungen pro Jahr. Wie „typische“ Wanderer sind die beiden nicht gekleidet. Meistens gehen sie in Freizeitkleidung und Trekkingschuhen. „Wir haben auch keinen Rucksack, nur eine Gürteltasche. Essen und Trinken gibt es ja bei den Labstellen“, erklärt Zimprich. Einem persönlichen Kilometerziel jagen die beiden nicht hinterher. „Wir wollen frei der Natur entgegengehen. Sonst wäre es nur Stress, den hat man beruflich ohnehin schon genug“, erklärt Rudolf Gruber.

Apropos beruflich: Für Zimprich spielt das Wandern sogar hier eine große Rolle. Er ist Inhaber einer Werbeagentur und kreiert für Kunden unter anderem Themenwege oder hilft, Rundwanderwege neu zu positionieren.

Obwohl sich über das Wandern zwischen den beiden 53-Jährigen eine Freundschaft entwickelt hat, sind sie aus Zeitgründen nur mehr selten gemeinsam auf Wanderungen. Für Wander-Nachwuchs ist aber schon gesorgt: Wolfgang Zimprich ist oft auch mit seinem elfjährigen Sohn auf Wanderungen. „Ihn habe ich schon mit vier, fünf Jahren dazu motiviert. Jetzt hat er schon 50 Wandertage beisammen.“

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