Michael Schubert ist Niederösterreicher des Jahres 2014. Zwölf außergewöhnliche Persönlichkeiten, die im vergangenen Jahr zu Niederösterreichern des Monats gekürt wurden, stellten sich nun noch einmal dem Voting der NÖN.at-User. Der Sieg ging an den Felixdorfer Michael Schubert!

Von Anita Kiefer. Erstellt am 01. März 2015 (19:45)
NOEN, Foto: Erich Marschik
Mit mehr als 10.000 Stimmen Vorsprung auf den Zweitplatzierten ist Michael Schubert eindeutiger Sieger im Online-Voting auf NÖN.at zum Niederösterreicher des Jahres 2014.

„Spitze, ich bin voll zufrieden“, ist Schubert in einer ersten Reaktion am Telefon begeistert. Wie der Erfolg zustande kam, kann sich Schubert leicht erklären: „Ich hab das Voting auf Facebook gepostet, und hab relativ viele Leute im Facebook drin. Als Rollstuhlfahrer hat mans ja relativ leicht – es gibt einige 100.000 Rollstuhlfahrer, wenn man Deutschland dazu nimmt sind es einige Millionen. Die haben das Voting in ihren Gruppen gepostet, da ist das explodiert“, freut sich Schubert über seinen Erfolg. Und bricht eine Lanze für seine Community: „Wir halten da schon zusammen!“

NOEN, zVg
Michael Schubert

Innovative Produkt-Ideen für Rollstuhlfahrer

Seit Schubert nach einem Unfall vor mehr als zehn Jahren querschnittgelähmt ist, entwickelt er Produkte, die Rollstuhlfahrern das Leben erleichtern. Er produziert in seinem Unternehmen ( wccs.at ) etwa Jeans mit speziellem Schnitt für Rollstuhlfahrer. Und ist auch in den letzten Monaten nicht untätig gewesen: Seine neueste Erfindung ist ein Smartphone-Rack, mit dem Tablets und Smartphones sicher und ohne Taschen aufgestellt werden können ( https://www.startnext.com/smartphone-rack ).

Insgesamt 64.276 Stimmen wurden bei der Wahl abgegeben. Platz zwei holte sich der Tullner Anton Floh mit 22.705 Stimmen (35 Prozent). Er hat als erster Österreicher den Ärmelkanal durchschwommen. Dahinter erreichte Paradeisersortensammlerin Elfriede Eigenthaler aus Mank (Bezirk Melk) mit 3.773 Stimmen Rang drei.

Aus allen Personen, die in der Rubrik „Der Niederösterreicher der Woche“ in der NÖN Landeszeitung porträtiert wurden, wählten die NÖN.at-User in zwölf Vorauswahlen ihren Favoriten für jeweils ein Monat. Aus diesen zwölf schließlich wurde in der abschließenden Wahl der Niederösterreicher des Jahres gekürt.

Große Freude über Panhans-Wochenende

Bei der Gewinnübergabe im Niederösterreichischen Pressehaus in St. Pölten nahm Michael Schubert seinen Preis von NÖN-Chefredakteur Martin Gebhart entgegen. Schuberts Gewinn: ein Wochenende für zwei im Grand Hotel Panhans am Semmering.

Motivierter Häuslbauer

Seit dem Artikel über Michael Schubert im Mai des Vorjahres hat sich bei dem 36-Jährigen viel getan. Die Renovierungen an seinem Haus sind beinahe abgeschlossen – nur einen Boden aus massivem Eichenparkett wird Schubert noch verlegen. „Ich habe jede Woche 50 Stunden nur in das Haus investiert“, blickt Schubert zurück.

Doch das nächste Projekt steht schon in den Startlöchern: Auch den Pool auf seinem Grundstück, ebenso baufällig, wie es das Haus ursprünglich war, will der Felixdorfer renovieren. „Ich werde den Pool wieder im Alleingang renovieren und mit einer Seilwinde arbeiten“, sagt Schubert.

Die Arbeiten will er im Langzeitraffer festhalten. „Eine Kamera soll aufgestellt werden, die alle fünf Minuten ein Foto macht“, erklärt er. „Dann hab‘ ich alles Kranke gemacht, was man als Rollstuhlfahrer machen kann. Dann kann ich, wenn ich auf der Bahre liege sagen, ich hab alles gemacht was möglich ist“, lacht er.

Smartphone-Rack soll in Serienproduktion gehen

Beruflich ist er gerade dabei, über die Crowdfunding-Plattform Startnext.at Geld für die Anschaffung einer Maschine zu sammeln, mit der er bei seiner Erfindung des Smartphone-Racks in Serienproduktion gehen kann. Durch das Smartphone-Rack will Schubert übrigens die Serienproduktion einer weiteren seiner Erfindungen finanzieren: Die eines geländegängigen Segways für Rollstuhlfahrer.

Nichts ist unmöglich! Michael Schubert auf YouTube: