4.000 Kilometer Abenteuer. Robert Schörghuber aus St. Peter in der Au, Bezirk Amstetten, kämpfte sich vier Monate lang am Fernwanderweg im Wilden Westen Amerikas durch.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 19. Juni 2018 (00:06)
privat
Robert Schörghuber am Ende des „Pacific Crest Trail“ in Kanada.

2017 war in der Sierra Nevada ein Rekordschneejahr. Wenn man normalerweise in dieser Gegend wandert und einen Fluss überqueren muss, kann man diesen knietief durchwaten. „Bei uns war es so, dass wir schwimmen mussten, damit wir auf die andere Seite gekommen sind“, erinnert sich Robert Schörghuber an sein bisher größtes Abenteuer.

Vier Monate hat der 30-Jährige aus St. Peter in der Au, Bezirk Amstetten, den Fernwanderweg „Pacific Crest Trail“ bestritten und dabei 4.279 Kilometer im Westen Amerikas zurückgelegt. „Ich hatte nicht den klassischen Grund wegzugehen. Ich war nicht auf der Suche nach mir selber“, so Schörghuber. Vor drei Jahren ist er den österreichischen Teil des Jakobsweges gegangen und entdeckte Weitwanderwege für sich. „Es ist einfach etwas anderes, wenn man was zu Fuß erkundet!“

Ehrgeiz beschränkt sich nicht nur auf weite Wanderstrecken

Nach der Schule hat Schörghuber die Lehre zum Maschinenbautechniker absolviert. Nach acht Jahren im Lehrbetrieb wechselte er in die Firma IH Tech. Der Ehrgeiz beschränkt sich bei dem Mostviertler nicht nur auf weite Wanderstrecken. Im Job hat er sich stets weitergebildet und neben der Arbeit ein Studium begonnen. Dafür hat sein Chef ihm die Bildungskarenz ermöglicht, die er nicht nur für Prüfungen, sondern dann auch für die Reise nach Amerika nutzte.

Trotz der klimatischen Herausforderungen erzählt Schörghuber begeistert. Bevor er das Monument am nördlichsten Punkt (siehe Bild) erreicht hat, überlegte er immer wieder, wie er sich fühlen würde, wenn er das Ziel erreicht hat. „Ich bin dann dort gestanden und war extrem emotionslos und dachte ‚Eh nett!‘“, so Schörghuber. „Erst später ist mir bewusst geworden, dass für mich nicht der eine Moment wichtig war, sondern die vielen Geschichten, die am Weg passiert sind!“

Die nächste Wander-Reise ist arbeitsbedingt nicht ganz so lange: „Es geht drei Wochen nach Kirgisistan.“ Interessierte können das Abenteuer mit Schörghuber ein wenig nachempfinden. Am 28. Juni lädt er gemeinsam mit dem Kulturreferat zur Fotoschau ins Schloss St. Peter.

Artikel #96119308