Scharf, schärfer, Chili. Erfolg mit Chilis / Richard Fohringer aus Ruprechtshofen (Bezirk Melk) verkauft Produkte aus eigenem Chili-Anbau. Ende Mai wurde er – auch dank seiner Saucen – Vize-Grill-Landesmeister.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 10. Juni 2014 (00:01)
NOEN, Franz Gleiß
Richard Fohringer ist Chili-Züchter und seit kurzem Vize-Landesmeister im Grillen.
„Es gibt zwei Kategorien von Leuten. Die, die es g’schmackig wollen. Und die Leute, die es wissen wollen.“ Beide finden bei Richard Fohringer aus Ruprechtshofen (Bezirk Melk), was sie suchen. Der 30-Jährige verkauft nämlich Produkte der (extra-)scharfen Sorte: Er baut über 300 Chili-Sorten im Mostviertel an. Und verarbeitet die etwa zu Saucen, Energy-Drinks und Gewürzen. Die Saucen haben auch einiges zu einem seiner jüngsten Erfolge beigetragen: Er wurde Ende Mai mit einem Partner Vize-Landesmeister im Grillen.

Mit sechs Chili-Pflänzchen hat alles begonnen

Mit seinem Unternehmen startete Fohringer 2007 als bäuerlicher Direktvermarkter. 2012 meldete er die Firma „Fireland Foods“ an. Dabei hatte der 30-Jährige mit Landwirtschaft davor eigentlich kaum etwas am Hut. Der Ruprechtshofner studierte Ernährungswissenschaften, arbeitete danach im Qualitätsmanagement eines bekannten Unternehmens.

Zu den Chilis brachte ihn sein Schwiegervater. „Er ist zur Arche Noah gefahren und hat mich gefragt, ob ich mitkomme.“ Damals nahm Fohringer aus Schiltern sechs Chili-Pflänzchen mit.

Aus denen sind mittlerweile rund 5.000 Pflanzen geworden, die aktuell im Mostviertel gedeihen und reifen. Deren Früchte verarbeitet er – neben dem richtig scharfen Zeug – vor allem zu Produkten, die er auch selbst verwendet. „Wenn ich ein Produkt habe, das ich täglich benutze und ohne das ich nicht mehr essen will, dann ist es gut.“

Dabei legt er Wert auf Qualität. „Wir verwenden keine Extrakte, keine künstlichen Zusatzstoffe. Es war am Anfang schwer, den Leuten zu erklären, dass die Produkte nicht schlecht sind, wenn sie nach einer Zeit etwa die Farbe verändern“, erzählt der Ruprechtshofner. Ein Konzept, das definitiv aufgeht: Neben dem wirtschaftlichen Erfolg heimste Fohringer mit seinen Produkten auch einige internationale Prämierungen ein, etwa einen Innovationspreis für seinen Energy-Drink.

„Ich will die schärfste Lifestyle-Marke"

Sein Erfolgsgeheimnis, das ist eine Mischung aus Qualität, geschickter Vermarktung und Selbstvertrauen. „Ich hab’ gesagt, ich will die schärfste Lifestyle-Marke Österreichs kreieren“, sagt Fohringer.

Wie scharf der Chili-Produzent eigentlich selbst isst? „Kosten muss ich alles. Beim Essens ist’s bei mir aber bei einer Marke von ungefähr fünf aus“, schmunzelt Fohringer. Die Skala, die er verwendet, reicht bis zwölf.

Das Grillen übrigens, das zählt erst seit kurzem zu den Leidenschaften des Mostviertlers. Bei der Landesmeisterschaft meldete er sich vor allem an, um seine Produkte zu bewerben. Generell setzt Fohringer, der den Betrieb als One-Man-Show führt, viel auf Vermarktung und neue Ideen: Erst im Mai veranstaltete er mit einem Partner zwei Burger-Tage in Ruprechtshofen.

Falls er die Chili-Produkte irgendwann einmal satt haben sollte, hat Fohringer übrigens bereits ein Alternativ-Ass im Ärmel: „Sojasaucen aus Österreich produzieren, das wär auch interessant. Wir haben ja alles hier, was man dafür braucht.“

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