Weltreise mit dem Rad. Traum verwirklicht / Das Ehepaar Heidi und Markus Dangl aus Totzenbach bei Neulengbach (Bezirk St. Pölten) bereisen in dreieinhalb Jahren alle fünf Kontinente – mit dem Rad.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 05. Mai 2014 (12:58)
NOEN, 2roadrunners on Tour
Heidi und Markus Dangl machten auf ihrer Weltreise Halt in Singapur.
Im Grunde sind Heidi und Markus Dangl aus Totzenbach (Bezirk St. Pölten) ein ganz normales Paar: Seit 12 Jahren sind sie zusammen, seit 2007 verheiratet. Beide Krankenpfleger von Beruf.

Zu Ostern vor einem Jahr sind sie aber zu einer ganz und gar nicht alltäglichen Tour aufgebrochen: Sie bereisen mit ihren Fahrrädern alle fünf Kontinente der Welt. Dreieinhalb Jahre werden die beiden insgesamt unterwegs sein.

20.000 Kilometer im ersten Jahr geradelt

Die Reise führt das Paar von Totzenbach durch Asien nach Singapur, von dort weiter nach Australien und Neuseeland. Von Kapstadt geht es nach Kanada, von dort nach New York, danach nach Portugal und schließlich heim nach Österreich. „Wir wollten aus dem Alltag ausbrechen und unsere Träume ausleben, anstatt zu warten, bis es zu spät ist“, schreibt der 36-jährige Markus im NÖN-Interview von Indonesien aus.

Im ersten Jahr der Reise hat das Paar rund 20.000 Kilometer „abgeradelt“. Trotz dieser gewaltigen Strecke sind Materialpro bleme eher selten. „Bis jetzt hatten wir beide gerade mal sechs Patschen“, erinnert sich Heidi. Jeder von ihnen hat rund 30 Kilo an Gepäck bei sich – vom Kocher über Ersatzteile für die Fahrräder bis hin zum Zelt ist alles dabei. Kontakt zur „Außenwelt“ halten sie via Laptop.

Schon 2007 über die Panamericana unterwegs

Ein besonderes Training haben die beiden vor Reiseantritt nicht absolviert. Begeisterte Radfahrer sind sie schon länger: Markus Dangl radelt seit seinem 14. Lebensjahr, Gattin Heidi wurde vor neun Jahren mit dem Rad-Virus infiziert. Erfahrung mit großen Radreisen hatten die beiden aber schon: 2007 radelten sie ein Jahr lang mit dem Rad über die Panamericana – der Schnellstraßen-Verbindung zwischen Alaska und Feuerland.

Zu Hause haben die beiden für die aktuelle Reise fast alle Verpflichtungen abgelegt: „Wohnung, Möbel, Auto haben wir verkauft, der wenige Rest wurde in handlichen 15 Kartons bei den Eltern von Markus im Keller abgestellt“, erzählt Heidi.

Einzige Fixkosten sind Versicherungen sowie die Patenschaft für ein Kind in Kolumbien. Das Ehepaar hat auch ein Spendenprojekt laufen: Sie wollen das Projekt „Leben braucht Wasser“ unterstützen, bei dem Brunnen in Afrika gebaut werden.

„Bei uns rumort es nur dann, wenn ich Hunger habe“

Das Geld für die Reise haben sich die beiden durch das Arbeiten in der Schweiz erspart. Heidi erklärt: „Man kommt mit weniger aus, als die meisten glauben. Unsere Ausgaben belaufen sich auf circa 30 Euro pro Tag für uns beide.“ Unstimmigkeiten gibt es bei den beiden übrigens kaum. „Wir hatten noch keinen ehegefährdenden Streit“, lacht Markus. „Bei uns rumort es nur dann, wenn ich Hunger habe.“

Von den Menschen in den vielen Ländern wurden sie durchwegs positiv aufgenommen. Viele ließen die beiden bei sich übernachten. Heidi Dangl bestätigt: „Genau das ist es, was das Reisen so schön macht. Man sieht, dass es eigentlich überall auf der Welt viel mehr nette Menschen gibt als böse.“

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