Wie ein Teil der Familie. Das Landhaus Bacher setzt nicht nur bei der Qualität, den Hauben und Sternen, sondern auch bei seinen Mitarbeitern auf Kontinuität.

Erstellt am 23. August 2015 (23:20)
NOEN, Foto: Hannes Ramharter
Seit 35 Jahren im Landhaus Bacher: Johanna Stiefelbauer beweist, dass es auch in der Gastronomie treue Mitarbeiter gibt.
Dass sie Johanna heißt, wissen viele, die einmal im bestbewerteten Restaurant des Landes – im Landhaus Bacher in Mautern – zu Gast waren. Dass ihr Familienname Stiefelbauer ist, und dass sie dort ihr komplettes Berufsleben verbringt, ist den meisten nicht mehr bekannt.

Gleich nach der Pflichtschule kam Johanna ins Landhaus Bacher, das knapp zwei Jahre zuvor von Lisl Wagner-Bacher und ihrem Gatten Klaus übernommen worden war. Die 15-Jährige stammte aus dem nahen Bergern und begann eine vierjährige Lehrzeit, wobei sie eigentlich mehr in der Küche als im Service arbeiten wollte.

Am Ende der Lehrzeit musste aber auch Praxis im Service her, und da machte es dann „klick“: „Der Umgang mit den Gästen hat mir gefallen“, erzählt Johanna drei Jahrzehnte später. Eine gesunde Neugierde, Interesse an vielen Dingen, die Sache nahm ihren Lauf. „Das Restaurant Bacher war schon immer etwas Besonderes, ich bin von der ersten Haube an mitgewachsen“, erzählt Johanna. Weiterbildung stand natürlich ebenso auf dem Programm, Johanna Stiefelbauer war die erste Käse-Sommeliere in Österreich.

Einen schönen Abend mitgestalten

Ist man nach 35 Jahren in einer Firma Teil des Inventars? - Johanna widerspricht vehement: „Ich fühle mich eher als Teil der Familie und betrachte das durchaus als Privileg. Ich sah die Töchter der Familie Wagner aufgewachsen, die nun bereits meine Chefs sind und sehe nun die nächste Generation heranreifen.“

Johanna Stiefelbauer ist heute noch mit Enthusiasmus bei ihrem Beruf: „Ich würde es mit der Erfahrung, die ich heute habe, wieder machen.“ Ihr Motto ist aber nicht das „Dienen“, sie möchte für die Gäste einen schönen Abend mitgestalten dürfen. In Stunden kann man den Job aber nicht bemessen – da ist die Uhr eher Schmuckstück als Zeitmesser.

„Unbezahlbare Loyalität“

In der Freizeit geht Johanna Stiefelbauer gerne essen, verbringt Zeit im Garten und an den Ruhetagen - „dem Wochenende des Personals“, ist sie immer wieder in ihrem Heimatort Bergern.

Susanne Dorfer-Wagner, die neben ihrer Mutter Lisl Wagner-Bacher bereits als Geschäftsführerin fungiert und deren Gatte Thomas Dorfer Küchenchef ist, spricht von einer „unbezahlbaren Loyalität“, die Johanna Stiefelbauer dem Betrieb entgegenbringt, und meint: „Sie gehört zur Familie“, ähnlich wie Andreas, der nur ein Jahr nach Johanna im Landhaus Bacher begann und ebenfalls eine Institution ist.