„Das Schöne ist diese gewisse Aufgeregtheit“. Der Melker Willi Heinzl begeistert Kinder schon seit über vier Jahrzehnten als Nikolaus.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 05. Dezember 2017 (02:08)
Willi Heinzl
Franz Gleiß

Vor fast 50 Jahren hat sich ein Freund des Melkers Willi Heinzl den Fuß gebrochen. Dieser hätte eigentlich als Nikolaus Kindern Freude bereiten sollen. Heinzl, der gerne hilft, ist für seinen Freund eingesprungen. Mittlerweile tritt er immer Anfang Dezember als Nikolaus in Erscheinung. Seit 48 Jahren.

„Das Schöne ist das Leuchten der Kinderaugen und diese gewisse Aufgeregtheit“, sagt Heinzl, der noch immer gerne in die Rolle des Heiligen schlüpft. Der 66-Jährige wurde 1951 in Scheibbs etwas zu früh geboren und lebte die ersten Jahre seines Lebens in Waidhofen an der Ybbs, später zogen seine Eltern mit ihm nach Melk. Volks-, Haupt- und Handelsschule absolvierte er in Waidhofen. Danach war Heinzl Einzelhandelskaufmann und später für eine große Firma im Außendienst tätig.

Den elterlichen Betrieb, einen Supermarkt, leitete er fast 20 Jahre. Mittlerweile ist Heinzl aber in Pension. Beschäftigt ist er aber auch in der Zeit des Jahres, wo er nicht mit dem Krampus unterwegs ist. Seinem Sohn hat er etwa beim Hausbau geholfen und auch in Vereinen engagiert er sich, wie etwa bei der Stadtkapelle. Auch um die Enkel kümmert er sich und ist zur Stelle, wenn seine Tochter fragt: „Opa, kannst nicht helfen?“ „Dann habe ich auch sehr viele Freunde und helfe gerne in der Nachbarschaft“, erzählt Heinzl.

Die Aufgabe des Nikolaus nimmt er sehr ernst: „Man muss sich auch ein bisschen hineinversetzen in eine kindliche Seele. Du darfst da nicht reinkommen und den wilden Mann spielen.“

Der vierfache Großvater besuchte als Nikolaus auch seine eigenen Enkel. „Aber nur bis sie vier Jahre alt sind. Danach kennen sie mich an der Stimme.“ Der Älteste wollte schon heuer mit ihm als Krampus mitgehen. „Aber da muss man aufpassen, er darf da ja nicht Opa zu mir sagen“, sagt Heinzl.

Die 50 Jahre Nikolauslaufbahn will er noch vollmachen. „Danach werde ich schauen, dass ich es in gute Hände weitergebe.“

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