Wettlaufen im Paradies . Der St. Pöltner Wolfgang Geizenauer läuft am Sonntag zum 20. Mal beim Wachau-Marathon mit. Dabei schätzt er die Landschaft besonders.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 12. September 2017 (01:48)
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Wolfgang Geizenauer
privat

Vor zwanzig Jahren wurde Thomas Klestil im Amt als Bundespräsident Österreichs bestätigt, der Film „Titanic“ wird der bis dahin teuerste Film aller Zeiten und das Kyoto-Protokoll über die Klimaänderungen wird unterzeichnet. Außerdem fand der Wachau-Marathon zum ersten Mal 1998 statt. Mit dabei: Wolfgang Geizenauer.

Seitdem lief er 19 Mal beim Wachau-Marathon verschiedenste Streckenlängen mit. Am Sonntag nimmt er zum zwanzigsten Mal teil. Er genießt „jede Form von Bewegung in der frischen Luft“, so der St. Pöltner. Geizenauer läuft seit 30 Jahren regelmäßig und hat über 200 Wettkämpfe bestritten. Dazu gehört der Panoramastraßenlauf in Puchenstuben, der Muckenkogellauf in Lilienfeld, aber auch Crossläufe wie „Rund um den Lainzer Tiergarten“ über 25 Kilometer. „Ich bin kein Stubenhocker“, sagt der 60-Jährige. „Ich bin 35 Jahre lang eh im Büro gesessen, da hatte ich eh nicht so die Möglichkeit zum Laufen.“ Jetzt, in der Pension, genießt Geizenauer „die schöne Zeit“ umso mehr.

"Ich hatte als Kleinkind Sportverbot, weil ich einen Herzfehler hatte"

Der Läufer ist in St. Pölten aufgewachsen und hat dort nach der Hauptschule die Handelsschule abgeschlossen. Bei den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) hat er damals im Verwaltungsbereich zu arbeiten begonnen. Später wechselte er in den Fachdienst und war in der Bibliothek der ÖBB tätig.

Geizenauer nutzt seine Freizeit nun vermehrt für Sport. Neben dem Laufen geht er regelmäßig auch Radfahren und Bergwandern. Im Winter weicht er witterungsbedingt ins Fitnesscenter aus. Dass der St. Pöltner einmal so viel Sport treiben kann, galt in seiner Kindheit als sehr unwahrscheinlich. „Ich hatte als Kleinkind Sportverbot, weil ich einen Herzfehler hatte“, erklärt Geizenauer. Gesundheitliche Probleme hat er nun nicht mehr, und so kann der Pensionist die sportlose Zeit aufholen. Die Vorfreude auf den Wachau-Marathon ist schon groß. „Das Besondere am Marathon in der Wachau ist für Geizenauer die einzigartig schöne Landschaft: „Warum soll ich ins Ausland fahren, wenn ich das Paradies vor der Haustür habe?“

Bei Wettkämpfen setzt sich Geizenauer keine bestimmten Ziele: „Ich will es einfach genießen.“

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