Ein wenig Australien am Harzberg. Der gebürtige Perchtoldsdorfer Wolfgang Zamazal hat eine besondere Leidenschaft: Er züchtet Kängurus in Niederösterreich.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 07. Juni 2017 (02:29)
Wolfgang Zamazal
Teresa Sturm

„Wenn sie dich einmal einfangen, dann bleibt man fasziniert davon“, sagt der 48-Jährige über die Tiere. Es sei eine Faszination für die Leute. „Beuteltiere sind vollkommen anders als Tiere, wie du sie in Europa kennst“, so Zamazal.

Bis er sich den Traum vom eigenen Beuteltier erfüllen konnte, schlug Zamazal andere berufliche Wege ein. Er ist in Perchtoldsdorf aufgewachsen. Nach dem Abschluss der HBLA in Biedermannsdorf war er länger im Künstlermanagement tätig. Unter anderem arbeitete Zamazal für David Hasselhoff. „Ich war dann einige Zeit in Amerika“, sagt der Züchter.

Später arbeitete Zamazal lange im Tourismus. Ab dem Jahr 1990 hatte er sein eigenes Reisebüro. Nebenbei arbeitete er auch zweieinhalb Jahre als Vertriebsleiter und an verschiedenen Projekten. Das Geschäft mit den Reisebüros sei immer schwieriger geworden.

„Ich war damals mit meinen Kindern in Pfaffstätten wandern“, erinnert sich Zamazal. Für die Proksch-Hütte wurde dort ein Pächter gesucht und so wurde er 2009 zum Leiter. Nach sechs Jahren beendete er dort seine Arbeit und übernahm kurz darauf schließlich das Schutzhaus am Harzberg.

„Ich habe mir überlegt, dass man irgendwas machen sollte, um Leute auch bei schlechterem Wetter hier herzubekommen“, so Zamazal. Neben der Küche ziehen mittlerweile auch zehn Kängurus Gäste an. Und Nachwuchs gibt es auch schon.

Zamazal lebt mit seiner Familie in Liesing an der Grenze zu Niederösterreich. Noch mehr Wildtiere zu halten, ist nicht geplant, denn Arbeit gibt’s im Moment genug. Gerade wird der Bach, der durchs Gehege fließt, erneuert. Bei der Hitze im Sommer kommt das für die Tiere gerade recht.