Leopold-Sieger stehen fest. Sechs herausragende Preisträger und ein heiliges Vorbild beim großen Preis der NÖN.

Von Michaela Fleck und Walter Fahrnberger. Erstellt am 06. November 2017 (19:35)
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Die Sieger der Kategorie Courage: Erton Uka und Samuel Bieringer mit NÖN-Chefredakteur Karl Ettinger, NÖN-Geschäftsführer Fritz Dungl und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner
Hofbauer

Markgrafen sind sie keine. Heilige auch nicht. Herausragende Persönlichkeiten sind sie dagegen alle. Die Lebensretter und die Starthelfer. Das Vorstandsduo und das Schulteam. Die Fünfkämpferin und der Fotokünstler. Denn: Sie sind alle Preisträger. Preisträger des NÖN-Leopold 2017.

Der hat nicht nur einen herausragenden Namen. Der hat auch einen herausragenden Paten. Nämlich Österreichs Markgraf und Niederösterreichs Landespatron, Leopold III. Und: Der hat auch, seit er im Jahr 2000 aus der Taufe gehoben wurde, schon eine (seiten-)lange Liste von herausragenden Preisträgern.

Sechs sind gerade dazugekommen. Genauer: sechs Personen, ein Verein und eine Schülergruppe. Die wurden von einer prominenten Jury in insgesamt sechs Kategorien ausgewählt. Für herausragende Leistungen, für herausragende Ideen, für herausragendes Engagement und für herausragenden Mut.

Lebensretter und Lebenshelfer

Mut, besser Courage, ist auch die erste Kategorie, in der der NÖN-Leopold seit 17 Jahren vergeben wird. Die diesjährigen Preisträger, Erton Uka und Samuel Bieringer, sind gerade einmal 13 Jahre jung. Kommen aus Wieselburg. Und waren vergangenen Juni an der Großen Erlauf baden, als sie einen etwa 40-jährigen Mann an der Hammer-Wehr fast ertrinken sahen. Sie sprangen ins Wasser, zogen den sich in Panik wehrenden Mann ans Ufer und retteten ihm damit das Leben.

Lebensretter: Samuel Bieringer und Erton Uka
Karin Heigl

Die zweite Kategorie des NÖN-Leopold, das Engagement, wird zwar erst seit zehn Jahren vergeben.

Verein Neustart
Verein Neustart

Und hat trotzdem nicht weniger herausragende Leistungen auszuzeichnen. Heuer ist das der Verein Neustart, der sich in Wiener Neustadt, in St. Pölten und in Korneuburg im Auftrag des Justizministeriums um Straffällige bemüht, um Opfer, um Resozialisierung und um Vorbeugung. Besonderen Schwerpunkt legt man dabei auf jugendliche Straftätern, denen man eine Haftstrafe zu ersparen versucht – bei intensiver Begleitung.

Mit Straftätern hat der diesjährige NÖN-Leopold-Preisträger in der Kategorie Kultur eher selten zu tun. Dafür hat Lois Lammerhuber schon den Papst vor der Linse gehabt, die Venus von Willendorf, die Birnblüte im heimatlichen Mostviertel – der Wahl-Badener wurde 1952 in St. Peter in der Au geboren – oder die neuseeländischen Ureinwohner.

Heute verlegt der Fotokünstler, der jahrelang für das Magazin GEO, für den Pariser Louvre und für den Wiener Opernball gearbeitet hat, seine Bücher selbst. Und hat auch dafür schon jede Menge internationale Auszeichnungen bekommen.

Lois Lammerhuber
Franz Gleiß

Eine Fünfkämpferin und eine Vielflieger-AG

Nicht um Bücher und Bilder, sondern um Meter und Sekunden geht es bei der vierten NÖN-Leopold-Preisträgerin 2017. Die wählte die NÖN-Leopold-Jury in der Kategorie Sport. Aber nicht vom Tennisplatz, von der Snowboardpiste oder vom Fußballfeld. Sondern aus der Leichtathletikhalle.

Dort schaffte Ivona Dadic, die als gebürtige Welserin mit bosnischen Wurzeln für die Union St. Pölten startet, nicht nur zuletzt die Silbermedaille im Fünfkampf bei der Hallen-EM in Belgrad. Sondern auch gleich zwei neue österreichische Rekorde im Fünfkampf. Und als erste Österreicherin bei einem Olympischen Siebenkampf war sie schon vor fünf Jahren – und zwar in London.

Ivona Dadic
APA, Helmut Fohringer

Die fünfte Kategorie beim NÖN-Leopold gehört auch 2017 der Wirtschaft . Und da einem Unternehmen, das im wahrsten Sinne des Wortes abhebt. Der Flughafen Wien unter seinen Vorständen Günther Ofner und Julian Jäger, beide seit 2011 auf diesem Posten, hat heuer mehr Umsatz, mehr Gewinn und weniger Schulden gemacht. Und als Gruppe noch mehr Passagiere befördert, nämlich 14 Millionen im ersten Halbjahr.

Flughafen Wien AG
Gerald Burggraf

Um Passagiere geht es in der sechsten Kategorie des NÖN-Leopold auch. Aber nicht in der Luft. Sondern auf der Schiene. Damit die nicht brechen oder wenn sie brechen, ganz schnell entdeckt werden, hat der Fachbereich IT an der Polytechnischen Schule Mistelbach ein Schienenbruch-Detektionssystem entwickelt, kurz: Railcheck. Neun Schüler und ein Lehrer haben, gemeinsam mit der FH St. Pölten und dem NÖ Sciencepool, daran sechs Monate im Team gearbeitet. Für das Ergebnis gab es den NÖN-Leopold 2017 in der Kategorie Unsere Zukunft.

Polytechnische Schule Mistelbach
Michael Pfabigan

Vergeben wurden die sechs NÖN-Leopolds wie schon im vergangenen Jahr im Rahmen einer kleinen, feinen Feier, die die NÖN im Forum der NÖ Versicherung im St. Pöltner Kulturbezirk ausrichtete: